[7. Sitzungsperiode] Glauben und Nichtglauben

  • Liebe Brüder,
    mit dem Dekret "Christus Antequam" haben wir unser Verhältnis zu den Konfessionen des christlichen Glaubens geklärt.
    Doch täglich treffen wir in der Seelsorge auch auf Menschen anderer Religionen, sein es Juden, Moslems, Buddhisten...
    Auch begegnen wir Menschen, die noch keinen Glauben gefunden haben oder gar gegen den Glauben propagieren und kämpfen.
    Wie stehen wir da im Verhältnis zu diesen Religionen oder den Nichtgläubigen, wie gehen wir auf sie zu, wie bewegen wir gemeinsam etwas und wie bleiben wir selbst in einer mehr und mehr säkularisierten Welt für die Menschen eine Instanz, die ein wichtiger Baustein der Gesellschaft ist?
    All das sind Themen, die es zu klären gilt.
    Anmerkungen?

    i12053brgpmf.png

    Seine Eminenz, Robert Kardinal Fischer

    Kardinalgroßinquisitor - Kardinalbischof von Nuesca / Titularerzbischof von Tigualu / Kardinaldekan emeritus - Erzbischof emeritus von Bergen und Metropolit emeritus von Bergen


  • Werte Brüder,


    »und Gott schuf den Menschen nach seinem Bild, nach dem Bild Gottes schuf er ihn« (Gen 1,27). Diese Worte, die am Anfang unserer heiligen Schrift stehen, definieren das christliche Menschenbild. Wir Menschen sind Bilder Gottes, geschaffen mit der Gabe, mit Gott zu kommunizieren, mit ihm in Kontakt zu treten, eine Beziehung zu ihm aufzubauen. Das unterscheidet uns von den anderen Lebewesen der göttlichen Schöpfung, dass wir fähig sind, mit Gott zu sprechen. Und wenn wir dieses Wort ernst nehmen, dass es eine dialogische Beziehung zwischen Gott und dem einzelnen Menschen gibt, dann heißt das auch, dass Gott uns die Freiheit gibt, in dieser Beziehung unser Verhalten selbst zu entscheiden.


    Im ersten Johannesbrief lesen wir: »Nicht darin besteht die Liebe, dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt und seinen Sohn als Sühne für unsere Sünden gesandt hat« (1 Joh 4,10). Die Liebe Gottes an jeden einzelnen Menschen ist also bedingungslos, und unabhängig davon, ob er diese Liebe erwidert oder nicht. Als Christen haben wir erkannt, dass Gott uns seine Liebe schenkt, und geben diese Liebe daher weiter. Aber weil jeder Mensch von Gott mit einem eigenen Verstand und freier Entscheidungsgewalt ausgestattet worden ist, und trotzdem von Gott geliebt wird, müssen wir akzeptieren, dass Menschen sich der Liebe Gottes verschließen oder sich sogar einer anderen Religion zuzuwenden.


    Wie gehen wir also damit um, mit Glauben, der nicht unserer Glaube ist; mit Religionen, die nicht unsere Religion sind; mit Konfessionen, die von unserer Tradition abweichen. Wir müssen zunächst akzeptieren, dass diese Religionen bestehen, und dass die Anhänger dieser Religionen und auch religionslose Menschen mit der gleichen Menschenwürde ausgestattet sind wie jeder einzelne Christ. Es ist also zu verzichten auf die Beleidigung oder Abwertung anderer Religionen und Nicht-Religiöser Bewegungen. Vielmehr müssen wir uns auseinandersetzen mit vielfältigen religiösen und weltanschaulichen Ideen, und den einzelnen Beweggründen vieler Menschen.


    Grundlage unserer Kirche ist natürlich auch das Wort aus dem Matthäus-Evangelium: »Darum geht und macht alle Völker zu Jüngern und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes« (Mt 28,19). Ich bin aber überzeugt, dass unser Herr hier nicht wollte, dass wir den Menschen den christlichen Glauben aufzwingen oder in irgendeiner Weise Druck auf sie ausüben. Vielmehr sollen wir Beispiele christlicher Nächstenliebe leben und mit unserer christlichen Überzeugung, mit der wir den Alltag meistern, Menschen beeindrucken von der Kraft des Evangeliums, und so ihre Neugier auf die christliche Botschaft wecken. Denn nur, wenn wir dem Menschen die Möglichkeit lassen, das Interesse am Christentum selbst zu entdecken, und ihn dann an den Glauben heranzuführen, können wir es schaffen, dass er sich in eigener Entscheidung der göttlichen Liebe öffnen.


    Wenn wir hier über Glauben und Nichtglauben sprechen, müssen wir vor allem von einem respektvollen Umgang mit den verschiedenen Lebensentwürfen reden, und dies verbinden mit einer konsequenten Evangelisierung, die Beispiele gibt, ohne Druck auszuüben.

  • Liebe Brüder,
    ich danke Bruder Dario für seine gut gewählten Worte und möchte ebenfalls noch einmal unterstreichen, das Christsein kein Zustand, sondern ein Lebensweg ist. Ein wahrer Christ beschränkt sich nicht darauf, seine Religion mit der Taufe als gegeben anzusehen, sondern er lebt seinen Glauben aktiv durch Gebet, Sakrament und Handeln. Ein aufgezwungener Glaube ist kein echter Glaube, der aus tiefstem Herzen, aus Überzeugung kommen muss und ein aufgezwungener Glaube ist weder wünschens- noch erstrebenswert. Jeder Mensch ist frei auf der Suche nach Gott, auf der Suche nach dem Weg zu Gott oder in der Nichtsuche. Unser Weg, so sind wir überzeugt und so wissen wir durch das Zeugnis der Schrift, ist der richtige, aber bedeutet das, dass alle anderen falsch sind?
    Finden wir nicht größte Übereinstimmungen mit den anderen christlichen Konfessionen, die uns motiviert haben, Dekret "Christus Antequam" zu verfassen und finden wir nicht genau so Übereinstimmungen mit dem Judentum, unserer Wurzel, und dem Islam? - Alle diese Bekenntnisse bieten einen Weg an, der auch zum Ziel führen kann, gleichwohl in aller Deutlichkeit festgehalten werden sollte, dass der unsere der am besten geeignetste ist.

    i12053brgpmf.png

    Seine Eminenz, Robert Kardinal Fischer

    Kardinalgroßinquisitor - Kardinalbischof von Nuesca / Titularerzbischof von Tigualu / Kardinaldekan emeritus - Erzbischof emeritus von Bergen und Metropolit emeritus von Bergen


  • Richtig verstandenes Christentum ist der Königsweg zu Gott, werte Brüder. Das ist unstrittig. Aber dennoch erlaubt jede echte, jede aufrichtige Religiosität einen Einblick in die göttliche Wahrheit, unabhängig von der Konfession, der Glaubensgemeinschaft oder der Kirchenzugehörigkeit. Ja, Gottes unendliche Liebe und Barmherzigkeit erlaubt Wege zur Seligkeit jenseits des christlichen Wegs. Diese Überzeugung muss meines Erachtens Grundlage eines jeden Dialogs mit Andersgläubigen sein.

    Johannes Anasthasius Kardinal Hartung
    Patriarch von Königsberg
    Primas von Turanien

  • Bruder Hartung,


    dadurch würde die Einzigartigkeit der christlichen Botschaft mit einem Handstreich hinweggewischt und relativiert werden. Wenn Sie jede beliebige "Religiosität", als einen Weg zur Seligkeit ansehen, dann frage ich sie was Sie unter "Religiosität unabhängig von Konfession" verstehen?
    Sind davon dann auch alle möglichen Sekten umfasst? Dies kann natürlich nicht sein.


    Grundlage des Dialogs mit anderen Religionsgemeinschaften muss sein, dass der christliche Glaube der einzige Weg zur vollen Seligkeit ist.

  • Ich verstehe Bruder Hartung so: Der dreieinige allmächtige Gott offenbarte sich uns in Jesus Christus. Daran zu glauben ist der richtige Weg. Dennoch besteht die Möglichkeit, dass Gott sich in seiner Allmacht auch in anderen Religionen offenbarte, aus Gnade, da Sie nicht der einen apostolischen Kirche angehören.

    Seine Eminenz

    Louis Kardinal de Renaldi

    Kardinaldekan

    Kardinal-Staatssekretär

    Kardinalbischof von Santa Julía

    Titularerzischof von Partoniu


    Connétable von Barnstorvia

    Herzog von Nivelles


    vormals:

    Primas von Mérolie

    Erzbischof von Orly

    Apostolischen Erzvikar von San Pedro del Valsanto

    sigbanner_derenaldi.png

  • Fühlt ein Bruder sich berufen, einen Vorschlag zu machen für eine Diskussionsgrundlage?

    i12053brgpmf.png

    Seine Eminenz, Robert Kardinal Fischer

    Kardinalgroßinquisitor - Kardinalbischof von Nuesca / Titularerzbischof von Tigualu / Kardinaldekan emeritus - Erzbischof emeritus von Bergen und Metropolit emeritus von Bergen


  • [sim]Rossi streckte die Hand und ihm brannte es etwas zu sagen[/sim]


    Ja lieber Bruder ich möchte etwas sagen.


    Hier in Valesanto wo ich Bischof einer kleinen Diözese bin, versuche ich die anderen Religionsgemeinschaften sogar die nicht glaubenden einzuladen.
    Zum guten Beispiel gibt es nur eine Kategorie von armen, so das alle ob jetzt Katholisch oder nicht am Weihnachtsessen teilnehmen können.


    Ich bin davon überzeugt das wir auch auf die anderen Religionen zu gehen sollten, sie einladen sollten mit uns zu beten.
    Achtung ich spreche nicht von Missionierung sondern von Beten, den jede Religion hat ihr gebet.
    Obwohl wir nicht zu dem gleichen Gott beten, beten wir alle auf die gleiche weise und deshalb kann man wenn der Wille da ist gemeinsam beten.


    Auf einigen meinen Reisen speziell in die Heimat meiner Mutter, zeigte das es dort eine Katholische Kirche gibt die getreu zum Papsttum steht.
    Es gibt aber in diesem Land auch eine zweite Katholische Kirche die nicht ein Katholisches Verständnis hat und nicht getreu zum Papsttum steht.
    Deshalb gab es immer im ganzen Land streit um verschiedene Sachen, bis der Tag kam an dem diese zwei grosse Kirchen sich versöhnten.
    Obwohl sie in vieler Hinsicht verschieden sind hatten sie und haben noch etwas gemeinsam? Das Gebet.


    Somit komme ich zum Schluss Laden wir die anderen Religionen, Kirchen, nicht glaubende, etc.. ein zum Gemeinsamen Gebet.

    Angelo Kardinal Rossi
    Kardinalstaatssekretär
    Kardinalbischof von Santa Julía
    Titularerzbischof von Forum Matianii

  • In meinem Heimatland gibt es ebenfalls zwei große christliche Konfessionen. Zum einen die androische Orthodoxie und dann die androisch-katholische Kirche, eine kleine Minderheitskirche im Vergleich zur Orthodoxie, welcher ich selbst vorstehe. Aber entscheidend ist, dass zwischen der Lehre beider Konfessionen lediglich marginale Unterschiede bestehen und wir beide die gleiche östliche Liturgie feiern.


    Deshalb lade ich stets auch orthodoxe Gläubige zum Gebet in meine Kirche ein, denn uns trennt im geistlichen Leben nichts und sonst nur die politische Primatsfrage. Daher stimme ich Bruder Rossi zu, soweit es sich um orthodoxe Brüder handelt, aber ich bin skeptisch bei anderen Religionsgemeinschaften wie beim Islam oder Judentum oder den chinopischen Lehren. Ich denke, dass ein gemeinsames, interreligöses Zusammentreffen eine gute Idee ist, aber die Kirche ist hierfür ein Ort keine gute Idee.

  • Ich wundere mich, dass Bruder Stanislaw hier den Umgang mit dem Jedentum so skeptisch sieht, sind wir doch aus ein und der selben Wurzel entstanden. Auch der Islam gehört zu den abrahamitischen Religionen.

  • Werte Mitbrüder,


    ich freue mich hier mitwirken zu können und möchte Euch gerne meine bisherige Arbeit als Jugendseelsorger einer kleinstädtischen Gemeinde vorstellen und den Erfolg näher bringen, den ein Jugendzentrum als Integrationsstelle aufweisen konnte.


    Auch hier ging es um Glauben und Nichtglauben. Wir haben in diesem Jugendzentrum keine Unterschiede über die Herkunft gemacht. Jeder Jugendliche und jedes Kind, was oft im Zentrum anwesend war, wurde sofort in eine gewisse Verantwortung gezogen. Als "Thekendienst" gaben wir die Verantwortung über Kasse und Organisation in die Hände der Jugendlichen. Egal welcher religiöser Hintergrund bei den Jugendlichen vorzufinden war, jeder wurde gleich behandelt. Wer das Zentrum betrat wusste, dass es einen katholisch geprägten Hintergrund hat. Aber niemand wurde gezwungen einen anderen Kulturgrund anzunehmen.


    Die Kinder und Jugendlichen haben auch durch gewisse Aktionen gelernt, was Glauben heißt. Das Ergebnis war, dass wir in einer liturgischen Nacht 40 Kinder bei einer Anbetungsstunde hatten, wovon mindestens die Hälfte Moslems waren. 5 von denen werden im Mai konvertiert.


    Ich denke, wir sollten das Wort des Herrn verkünden und Seelsorge betreiben, wo sie gebraucht wird. Auch durch Toleranz und Einbeziehung Andersgläubige oder Nichtgläubige steigt ein Gemeinschaftsgefühl. Kirche als WIR GEMEINSAM muss anstelle von Kirche NUR WIR rücken.

  • Liebe Brüder, ich möchte als einen Startpunkt vorschlagen, einen Teil aus dem Kapitel zu den Menschenrechten zu lösen und stattdessen in diesen Teil zu überführen, wo er thematisch sinnvoller platziert ist:


    Zitat


    Einzig in der Gemeinschaft der Kirche kann der Mensch das eine allumfassende Heilssakrament und die Erlösung erfahren. Die heilige Kirche ist sich aber durchaus bewusst und erkennt an, dass es Menschen gibt, die das Evangelium noch nicht empfangen haben. Sie können im Heil sein, wenn sie ohne eigene Schuld die Kirche nicht kennen und nach bestem Wissen und Gewissen den Willen Gottes befolgen, wie sie ihn in der konkreten Situation erkennen. Auch die Brüder und Schwestern des Alten Bundes, der anderen christlichen Konfessionen und der Muslime sowie schließlich auch jene, die in Schatten und Bildern den unbekannten Gott suchen, ja sogar von jene, die nicht zur ausdrücklichen Anerkennung Gottes kommen, können zum Heil gelangen, wenn sie mit der Hilfe der Gnade des Herren ein rechtes Leben führen und sich darin bemühen.

    i12053brgpmf.png

    Seine Eminenz, Robert Kardinal Fischer

    Kardinalgroßinquisitor - Kardinalbischof von Nuesca / Titularerzbischof von Tigualu / Kardinaldekan emeritus - Erzbischof emeritus von Bergen und Metropolit emeritus von Bergen


  • Dann haben wir einen Einstieg, der allerdings der weiteren Ausformung noch bedarf.

    i12053brgpmf.png

    Seine Eminenz, Robert Kardinal Fischer

    Kardinalgroßinquisitor - Kardinalbischof von Nuesca / Titularerzbischof von Tigualu / Kardinaldekan emeritus - Erzbischof emeritus von Bergen und Metropolit emeritus von Bergen


  • Fühlt sich ein Mitbruder hierzu speziell berufen?

    i12053brgpmf.png

    Seine Eminenz, Robert Kardinal Fischer

    Kardinalgroßinquisitor - Kardinalbischof von Nuesca / Titularerzbischof von Tigualu / Kardinaldekan emeritus - Erzbischof emeritus von Bergen und Metropolit emeritus von Bergen


  • Allein in der wahren, katholischen Kirche kann ein Mensch Heil erfahren. Wer unwissend von der Botschaft Christi als aufrechter Mensch stirbt, über den richtet der Herr in seiner Gnade. Wer allerdings die Botschaft Christi bewusst missachtet oder nicht in Kommunion mit dem Heiligen Vater steht, der ist unwürdig und wird keine Gnade erfahren.

  • Nur die Mitgliedschaft in unserer Kirche trägt noch lange nicht zur Gnade Gottes bei, wir müssen uns alle beweisen.

    Seine Eminenz

    Louis Kardinal de Renaldi

    Kardinaldekan

    Kardinal-Staatssekretär

    Kardinalbischof von Santa Julía

    Titularerzischof von Partoniu


    Connétable von Barnstorvia

    Herzog von Nivelles


    vormals:

    Primas von Mérolie

    Erzbischof von Orly

    Apostolischen Erzvikar von San Pedro del Valsanto

    sigbanner_derenaldi.png

  • Natürlich. Aber wer außerhalb der Kirche steht, der hat die grundlegenden Bedingungen nicht erfüllt. Schließlich ist ein wahrlich gottgefälliges Leben nur in Kommunion mit dem Stellvertreter Christi möglich, während es die Kommunion nicht automatisch bedingt.

  • Das Problem, welches in ansprechen möchte ist, dass wir grundstzlich schwer sagen können wer in Gnade angesehen wird, weil Gott allein das kann.

    Seine Eminenz

    Louis Kardinal de Renaldi

    Kardinaldekan

    Kardinal-Staatssekretär

    Kardinalbischof von Santa Julía

    Titularerzischof von Partoniu


    Connétable von Barnstorvia

    Herzog von Nivelles


    vormals:

    Primas von Mérolie

    Erzbischof von Orly

    Apostolischen Erzvikar von San Pedro del Valsanto

    sigbanner_derenaldi.png