[8. Sitzungsperiode] Wissenschaft

  • Liebe Brüder,
    zu einem weiteren, zentralen Thema möchte ich euch einen Vorschlag machen:
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    Immer mehr gewinnt die Menschheit an Erkenntnissen und Fähigkeiten durch die Forschung und die Wissenschaft, immer mehr kommen wir gar dem Wege der Schöpfung, der Evolution und dem Ursprung des Lebens und unseres Universums, über viele Jahrhunderte ein schier nicht zu durchdringendes Mysterium auf die Spur.
    Dieser Fortschritt ist bemerkenswert und er ist gut, denn Gott, unser Schöpfer, hat uns den Verstand und die Fähigkeiten gegeben, die Welt zu verändern und besser zu machen. Doch wo Licht ist, ist auch Schatten, wo Perspektiven sind, liegen auch Gefahren und nicht alles, was theoretisch denkbar ist, sollte auch umgesetzt und verwirklicht werden, denn der Mensch ist vor allem charakterisierbar als das, was er ist: Mensch. Bei weitem nicht perfekt, nicht allwissend, nicht allmächtig, gefühlsgesteuert, fehlbar, sterblich. Diese in unseren Augen häufig negativen Eigenschaften machen jedoch den Kern unserer Menschlichkeit aus. Wann immer wir also versuchen, diese scheinbaren Makel zu beseitigen, verlieren wir unsere Menschlichkeit wenigstens in Gedanken und spielen uns zu etwas auf, was wir nicht sind, wir gehen zu weit – und wollen selbst Gott sein.
    Das kann nicht funktionieren und wird scheitern, wohl möglich mit schrecklichen, unaufhaltsamen Konsequenzen, denn unser Verstand kann und wird niemals das ganze Geheimnis der Schöpfung erfassen und begreifen, wird niemals lernen, mit dem Werkzeugen seines Schöpfers umzugehen und neigt zur Selbstüberschätzung.
    Eine weitere Eigenschaft hat uns schon häufig voran gebracht, allerdings auch in große Gefahr: Die Freude am Experimentieren. Vor Jahrzehnten schufen wir die Atombombe, eine der schrecklichsten Waffen und eine der größten Bedrohungen unserer Zeit, doch sicherlich verschwindend im Vergleich zu dem, was wir in der Zukunft erreichen könnten.


    Wir müssen uns daher, in dem Bewusstsein, das wir nicht Gott sind und es niemals auch nur ansatzweise werden seien können, fragen, wo die Grenzen des Fortschritts, die Grenzen der Forschung sind, die nicht überschritten werden dürfen. Wer in der Wissenschaft tätig ist, muss sich nicht nur fragen, was er für die Menschheit erreichen kann, sondern auch, was er auslösen könnte, welche Katastrophe, welche Gefahr.
    Wir sind mit Verstand begabt und somit in der Lage, klare Grenzen zu setzen, bevor es zu spät ist. Aus jeder theoretischen Machbarkeit, aus jeder Fähigkeit erwächst auch eine Verantwortung, die getragen werden muss und wahrgenommen werden muss.
    Ist die Gefahr zu groß, ist die Verantwortung zu schwer, muss der Verlockung des Machbaren widerstanden werden, zum Wohle aller Menschen.
    [/doc]

    Seine Eminenz, Robert Kardinal Fischer
    Kardinalgroßinquisitor - Kardinalbischof
    Titularerzbischof von Tigualu

    Kardinaldekan emeritus - Erzbischof emeritus von Bergen und Metropolit emeritus von Bergen

  • [doc]Immer mehr gewinnt die Menschheit an Erkenntnissen und Fähigkeiten durch die Forschung und die Wissenschaft, immer mehr kommen wir gar dem Wege der Schöpfung, der Evolution und dem Ursprung des Lebens und unseres Universums, über viele Jahrhunderte ein schier nicht zu durchdringendes Mysterium auf die Spur.[/doc]


    Wieder ein Absatz der die Lehrmeinung der Kirche, ja gar unseren tiefsten Glauben, Gott hat Himmel und Erde, den Menschen, die Pflanzen- und Tierwelt geschaffen, im Handstreich anzweifelt, wenn nicht tilgt. Brüder, die Kirchenansichten zu revisionieren, um sich dem Lauf der Zeit anzupassen, mag löblich und notwendig sein. Ich plädiere jedoch dringen dafür, dass wir uns vergegenwärtigen, was wir sind. Wir sind Gottes Kinder, Gottes Werk, Gottes Schöpfung. Wir sind durch Ihn, aufgrund Seines Abbildes geschaffen. Er ist Vorbereiter, Durchführender und Nachhalter Seiner Schöpfung. Dies in Frage zu stellen, würde die Grundfesten unseres Glaubens und unserer Religion bis ins Mark erschüttern.

  • Bruder Carlos, da sind wir eng beieinander, dieser Absatz soll nichts anzweifeln, sondern nur den Stand der Dinge wiedergeben. Der Mensch ist von Gott geschaffen, der sich das Werkzeug der Evolution zur Hilfe genommen hat. Die Geheimnisse dieses Werkzeuges konnten wir durch die Wissenschaft mehr und mehr ergründen, indem wir neue Erkenntnisse gesammelt haben. Keinesfalls jedoch ist oder darf damit die Absicht verbunden sein, die Schöpfung in Abrede zu stellen.

    Seine Eminenz, Robert Kardinal Fischer
    Kardinalgroßinquisitor - Kardinalbischof
    Titularerzbischof von Tigualu

    Kardinaldekan emeritus - Erzbischof emeritus von Bergen und Metropolit emeritus von Bergen

  • Das war das Ziel der Einleitung, aber die ist offenbar nicht eindeutig. Wie würdet ihr formulieren, Bruder?

    Seine Eminenz, Robert Kardinal Fischer
    Kardinalgroßinquisitor - Kardinalbischof
    Titularerzbischof von Tigualu

    Kardinaldekan emeritus - Erzbischof emeritus von Bergen und Metropolit emeritus von Bergen

  • Gott hat die Welt geschaffen – das ist völlig zu Recht seit 2000 Jahren Lehrmeinung und innerste Überzeugung der Kirche. Aber welcher Mechanismen er sich hierbei bedient hat, steht nicht im Schöpfungsbericht der Bibel. Hier bedarf es der modernen Wissenschaft, um dem Schöpfungsakt auf die Spur zu kommen.

  • [doc]
    [Überschrift]


    Immer mehr gewinnt die Menschheit an Erkenntnissen und Fähigkeiten durch die Forschung und die Wissenschaft, immer mehr kommen wir gar dem Weg der Schöpfung, der Evolution und dem Ursprung des Lebens und unseres Universums, über viele Jahrhunderte ein schier nicht zu durchdringendes Mysterium, auf die Spur, wenngleich der Mensch nie in der Lage sein wird, Gottes Plan vollständig zu erkennen, zu erfassen oder gar zu verstehen, denn immer da, wo wir neues entdecken tut sich wieder unbekanntes auf, dass nur mit göttlichen Schöpfer zu begründen ist.


    Dieser Fortschritt ist bemerkenswert und er ist gut, denn Gott, unser Schöpfer, hat uns den Verstand und die Fähigkeiten gegeben, die Welt zu verändern und besser zu machen. Doch wo Licht ist, ist auch Schatten, wo Perspektiven sind, liegen auch Gefahren und nicht alles, was theoretisch denkbar ist, sollte auch umgesetzt und verwirklicht werden, denn der Mensch ist vor allem charakterisierbar als das, was er ist: Mensch. Bei weitem nicht perfekt, nicht allwissend, nicht allmächtig, gefühlsgesteuert, fehlbar, sterblich. Diese in unseren Augen häufig negativen Eigenschaften machen jedoch den Kern unserer Menschlichkeit aus. Wann immer wir also versuchen, diese scheinbaren Makel zu beseitigen, verlieren wir unsere Menschlichkeit wenigstens in Gedanken und spielen uns zu etwas auf, was wir nicht sind, wir gehen zu weit – und wollen selbst Gott sein.
    Das kann nicht funktionieren und wird scheitern, wohl möglich mit schrecklichen, unaufhaltsamen Konsequenzen, denn unser Verstand kann und wird niemals das ganze Geheimnis der Schöpfung erfassen und begreifen, wird niemals lernen, mit dem Werkzeugen seines Schöpfers umzugehen und neigt zur Selbstüberschätzung.
    Eine weitere Eigenschaft hat uns schon häufig voran gebracht, allerdings auch in große Gefahr: Die Freude am Experimentieren. Vor Jahrzehnten schufen wir die Atombombe, eine der schrecklichsten Waffen und eine der größten Bedrohungen unserer Zeit, doch sicherlich verschwindend im Vergleich zu dem, was wir in der Zukunft erreichen könnten.


    Wir müssen uns daher, in dem Bewusstsein, das wir nicht Gott sind und es niemals auch nur ansatzweise werden seien können, fragen, wo die Grenzen des Fortschritts, die Grenzen der Forschung sind, die nicht überschritten werden dürfen. Wer in der Wissenschaft tätig ist, muss sich nicht nur fragen, was er für die Menschheit erreichen kann, sondern auch, was er auslösen könnte, welche Katastrophe, welche Gefahr.
    Wir sind mit Verstand begabt und somit in der Lage, klare Grenzen zu setzen, bevor es zu spät ist. Aus jeder theoretischen Machbarkeit, aus jeder Fähigkeit erwächst auch eine Verantwortung, die getragen werden muss und wahrgenommen werden muss.
    Ist die Gefahr zu groß, ist die Verantwortung zu schwer, muss der Verlockung des Machbaren widerstanden werden, zum Wohle aller Menschen.[/doc]

    Seine Eminenz, Robert Kardinal Fischer
    Kardinalgroßinquisitor - Kardinalbischof
    Titularerzbischof von Tigualu

    Kardinaldekan emeritus - Erzbischof emeritus von Bergen und Metropolit emeritus von Bergen

  • Welche inhaltlichen Aspekte gilt es denn zu setzen, deiner Meinung nach, Bruder?

    Seine Eminenz, Robert Kardinal Fischer
    Kardinalgroßinquisitor - Kardinalbischof
    Titularerzbischof von Tigualu

    Kardinaldekan emeritus - Erzbischof emeritus von Bergen und Metropolit emeritus von Bergen

  • Ist schwierig zu beantworten. Da es allgemein um Wissenschaft geht, muss wohl auch der Text allgemein bleiben.

  • Andere Vorschläge oder Anmerkungen?

    Seine Eminenz, Robert Kardinal Fischer
    Kardinalgroßinquisitor - Kardinalbischof
    Titularerzbischof von Tigualu

    Kardinaldekan emeritus - Erzbischof emeritus von Bergen und Metropolit emeritus von Bergen

  • Ich stimme dem Text soweit zu, aber wir sollten noch deutlicher herausstellen, dass es eine Grenze zwischen Gott und den Menschen gibt und diese Grenze nicht verwischt werden darf. Der Mensch darf sich auf eine Stufe mit Gott stellen, denn dies wäre eine unerträgliche Hybris. Der Mensch darf sich schließlich nicht zum Herrn über Leben und Tod aufschwingen, denn dieses Amt obliegt allein Gott.

  • In gewisser Weise spielt sich der Mensch doch zum Herr über Leben und Tod auf, ich denke einmal an Mörder, deren Taten wir nicht verhindern können. Dem Mensch jedoch zu untersagen, positiv auf das Leben einzuwirken, widerspräche der Nächstenliebe und der Verpflichtung zur Hilfe.
    Ich finde in diesem Sinne die Grenze deutlich im Text wieder:


    Zitat

    enn der Mensch ist vor allem charakterisierbar als das, was er ist: Mensch. Bei weitem nicht perfekt, nicht allwissend, nicht allmächtig, gefühlsgesteuert, fehlbar, sterblich. Diese in unseren Augen häufig negativen Eigenschaften machen jedoch den Kern unserer Menschlichkeit aus. Wann immer wir also versuchen, diese scheinbaren Makel zu beseitigen, verlieren wir unsere Menschlichkeit wenigstens in Gedanken und spielen uns zu etwas auf, was wir nicht sind, wir gehen zu weit – und wollen selbst Gott sein.
    Das kann nicht funktionieren und wird scheitern, wohl möglich mit schrecklichen, unaufhaltsamen Konsequenzen, denn unser Verstand kann und wird niemals das ganze Geheimnis der Schöpfung erfassen und begreifen, wird niemals lernen, mit dem Werkzeugen seines Schöpfers umzugehen und neigt zur Selbstüberschätzung.

  • Weitere Anmerkungen?

    Seine Eminenz, Robert Kardinal Fischer
    Kardinalgroßinquisitor - Kardinalbischof
    Titularerzbischof von Tigualu

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  • Zitat

    Immer mehr gewinnt die Menschheit an Erkenntnissen und Fähigkeiten durch die Forschung und die Wissenschaft, immer mehr kommen wir gar dem Weg der Schöpfung, der Evolution und dem Ursprung des Lebens und unseres Universums, über viele Jahrhunderte ein schier nicht zu durchdringendes Mysterium, auf die Spur, wenngleich der Mensch nie in der Lage sein wird, Gottes Plan vollständig zu erkennen, zu erfassen oder gar zu verstehen, denn immer da, wo wir neues entdecken tut sich wieder unbekanntes auf, dass nur mit göttlichen Schöpfer zu begründen ist.


    Unakzeptabel. Die Heilige Schrift offenbart uns Gottes Plan und Werk zweifelsfrei. Die Evolution ist nachweislich ein lückenhaftes Märchen der Wissenschaftsgläubigen. Wir sollten uns nicht zu deren Werkzeug machen. Die Einleitung selbst sagt uns auch warum: Der Mensch wird nie in der Lage sein, Gott zu verstehen.

  • In welchem Jahrhundert leben Sie denn? Es ist zweifelsohne belegt, dass die Lebewesen sich auf dieser Erde entwickelt haben. Das im Ursprung Gott wirkt sollte für uns auch klar sein, ich denke der Text vermittelt gut zwischen unserer Überzeugung und dem Wissen, dass Gott uns gab.

    Seine Eminenz

    Louis Kardinal de Renaldi

    Kardinaldekan

    Kardinal-Staatssekretär

    Kardinalbischof von Santa Julía

    Titularerzischof von Partoniu


    Connétable von Barnstorvia

    Herzog von Nivelles


    vormals:

    Primas von Mérolie

    Erzbischof von Orly

    Apostolischen Erzvikar von San Pedro del Valsanto

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  • Gott hat den Mensch geschaffen, Gott hat die Tiere geschaffen, Gott hat die Pflanzen geschaffen, Gott hat Himmel und Erde geschaffen. Das ist zweifelsfrei Zeugnis der Heiligen Schrift, da bedarf es keiner Evolution oder sonst irgendwelcher abstrusen Theorien.

  • Vermutlich ist Ihr Studium ähnlich lange her wie meines, aber die Exegese hat sich in den letzten 50 Jahren verändert. Wir blicken nun nicht mehr nur auf den reinen Text, sondern betrachten das biblische Zeugnis historisch-kritisch, blicken also auf die Umstände ihrer Entstehung.

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    Louis Kardinal de Renaldi

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  • Hier wird nicht relativiert. Im Gegenteil. Eine Auslegung die jedes Wort als bahre Münze anerkennt relativiert die Aussage. Die histrisch krtische Exegese strebt eine Annäherung an die wahren Aussagen an.

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    Louis Kardinal de Renaldi

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