Privatgemach Papst Simon II.

  • [sim]Der erste Arbeitstag als Heiliger Vater neigt sich dem Ende. Nachdem der Papst noch zwei Gurkensandwiches gegessen hatte, verabschiedete er sich von Raúl und machte sich auf den Weg zu seinen Privatgemächern. Vor der Tür blieb er stehen und warf einen Blick auf die Tür und dann auf die daneben stehende Wache.[/sim]


    Oho. Die Siegel sind noch ungebrochen.


    [sim]Der Papst hatte die Nacht nach dem Konklave in seiner Kardinalswohnung in der Nähe des Palastes verbracht und aufgrund der heute bereits zahlreich anstehenden Termine und Audienzen, hatte er es bisher versäumt, sich um das Öffnen seiner Gemächer zu kümmern. Kurz überlegte er, ob er einen der Kardinäle oder Raúl dazu holen sollte, doch dann schüttelte er den Kopf. Es war bereits spät, dass konnte warten. Er wandte sich wieder an den Gardisten.[/sim]


    Junger Mann, legen Sie mal diesen Spieß weg und helfen Sie mir.


    [sim]Die Wache blickte den Heiligen Vater verdutzt an, lehnte dann jedoch seine Waffe an die Wand und ging dem Papst zur Hand. Dieser hatte bereits das Siegel - jenes, welches er nach dem Tod Linus selbst an der Tür angebracht hatte - gebrochen und entfernt. Die Wache schob ihm die schwere Holztüre auf. Der Heilige Vater betrat das Gemach und sah sich um. Unverändert. Genau so hatte er selbst es verschlossen und versiegelt, nachdem der Leichnam Papst Linus hinausgetragen worden war. Simon seufzte. So viele Erinnerungen.[/sim]


    Nein. So nicht.


    [sim]Wieder wandte er sich an die Wache.[/sim]


    Falls mich jemand suchen sollte, ich schlafe erneut in meiner Kardinalswohnung.


    [sim]Morgen würde er als erstes Anweisungen geben, wie das Gemach seinen Vorstellungen nach hergerichtet werden solle. Er erbat sich von dem Gardisten, er möge über Funk eine Eskorte herbeirufen, die ihn zu seiner Kardinalswohnung etwas außerhalb der Anlage begleiten würde. Dann schloss er selbst wieder die Tür.[/sim]


    Gebt gut Acht, junger Mann. Morgen schicke ich jemanden, der alles herichtet. Bis dahin möchte ich niemanden dort drinnen sehen.


    [sim]Der Gardist saultierte, nahm wieder seine Waffe auf und postierte sich vor der Tür. In diesem Moment kamen vier Gardisten in Zivil im die Ecke des Flures und salutierten dem Papst.[/sim]


    Nun denn, meine Herren. Ich bin müde. Bringen Sie mich nach Hause.

  • [sim]Nachdem die damit Beauftragten die Privatgemächer nach den Wünschen des neuen Papstes hergerichtet haben, betritt der Heilige Vater zum ersten Mal die Räumlichkeiten. Er hat einiges umstellen lassen, einige Möbel aus seiner Wohnung herbringen lassen und auch Teppiche und Vorhänge ausgetauscht. Nun heimelt es ihm mehr, statt ihn an seinen seligen Vorgänger und Freund zu erinnern. Er geht durch den Vorraum und betritt das größere Eßzimmer. Auf dem Tisch steht ein Gedeck, ein Korb mit Brot, Salzbutter und frischer Schinken. Der Papst nickt der Köchin und der Haushälterin zu, die an der Tür zur Küche stehen und in einer Reverence versinken, als der Heilige Vater sie anblickt. Simon setzt sich.[/sim]


    Habt dank, meine Damen. Es sieht köstlich aus. Seid so gut und bringt mir ein Glas Rotwein. Danach benötige ich Euch heute nicht mehr. Das Geschirr bringe ich selber weg.


    [sim]Die Damen blicken sich überrascht an, nicken dann jedoch und wünschen dem Heiligen Vater eine Gute Nacht.


    Simon hat sich inzwischen eine Scheibe Brot bestrichen, Schinken abgeschnitten und beginnt zu Essen. Er greift nach der Fernbediennung und schaltet den großen Flachbildschirm an der Wand an. Er zappt durch die Kanäle und schaltet einen der Nachrichtensender ein. Er lässt sich berieseln und genießt das frische Brot. Nachdem er aufgegessen hat, bringt er das Gedeck und die Reste vom Schinken in die Küche. Zurück im Eßzimmer schaltet er den Fernseher aus und begibt sich in das Wohnzimmer. Er entledigt sich seiner weißen Soutane, zieht sich die Schuhe aus, setzt das Pileolus ab und lümmelt sich auf eine der Couches. Er greift sein Lieblingsbuch und vertieft sich in der Lektüre.[/sim]

  • [sim]In den Privaträumlichkeiten des Papstes wird ein Mittagessen für zwei vorbereitet. Es wird eine Tomatensuppe mit Einlage zur Vorspeise geben, anschließend ein leichtes Putenschnitzel auf Paprikagemüse und im Anschluß als Dessert eine Crème brûlée.


    Der Heilige Vater hat sich bereits zu Tisch begeben und studiert eine Dokumentenmappe, während er auf seinen Gast wartet.[/sim]

  • [sim]klopft und wartet, bis er die Aufforderung vernimmt, einzutreten. Dann öffnet er die Tür, betritt den Raum und tritt vor den Heiligen Vater, vor dem er niederkniet und den Fischerring küsst[/sim]

    Seine Eminenz, Robert Kardinal Fischer
    Kardinaldekan der einen, heiligen, katholischen Kirche
    Kardinalgroßinquisitor
    Titularerzbischof von Tigualu
    Erzbischof emeritus von Bergen und Metropolit emeritus von Bergen

  • [sim]Der Papst lächelt seinen Gast freundschaftlich an. Er lässt die Ehrerbietung geschehen, hebt den Kardinal dann aber auf und deutet auf den gedeckten Platz.[/sim]


    Robert, ich freue mich, dass Ihr da seid. So setzt Euch doch bitte.

  • Ich danke euch, Heiliger Vater.
    [sim]nimmt Platz[/sim]

    Seine Eminenz, Robert Kardinal Fischer
    Kardinaldekan der einen, heiligen, katholischen Kirche
    Kardinalgroßinquisitor
    Titularerzbischof von Tigualu
    Erzbischof emeritus von Bergen und Metropolit emeritus von Bergen

  • Es wäre mir eine Ehre, Heiliger Vater.


    [sim]faltet die Hände[/sim]
    Herr unser Gott, nicht durch unsere Leistung oder unsere besonderen Eigenschaften, sondern durch unsere Geburt sind wir geboren, wo wir nicht Hunger leiden müssen. Dafür wollen wir dir in Demut danken und bitten dich: Nähre auch die, die hungern und leiden auf der Welt, gib ihnen Mut und Kraft und lass uns nie vergessen, dass es unsere Brüder sind, die wir lieben sollen. Segne, was du uns gibst, aber segne auch unseren Geist mit der Erkenntnis, das wir nicht alles haben müssen, was wir haben können. Schenke uns und allen Demut, damit alle deine Geschöpfe satt werden.
    Darum bitten wir durch Christus unseren Herrn.
    Amen.

    Seine Eminenz, Robert Kardinal Fischer
    Kardinaldekan der einen, heiligen, katholischen Kirche
    Kardinalgroßinquisitor
    Titularerzbischof von Tigualu
    Erzbischof emeritus von Bergen und Metropolit emeritus von Bergen

  • [sim]beginnt ebenfalls zu essen[/sim]
    Ihr habt eine sehr gute Küche, Heiliger Vater, wirklich.


    [sim]legt bei der Frage den Löffel ab und greift in seine Aktentasche, um dort eine Dokumentemappe herauszuziehen, die er aufschlägt,[/sim]
    Ihr erinnert Euch, Heiliger Vater, an das Anliegen der Bewohner Eures Staates mit muslimischem Glauben? - Eure bitte war, zu erfassen, wie die Verteilung der Religionen in Valsanto sich darstellt.
    Zunächst einmal darf ich berichten, dass Valsanto zum 31.12.13 468.914 Einwohner hatte, wovon 99,8 Prozent Christen und immerhin 99,63 Prozent Katholiken sind. Das ist nach meinem Wissen der höchste Anteil weltweit. Das sind effektiv 467.986 bzw. 467175 Personen, womit 811 Christen einer anderen Konfession angehören.
    Außerdem gibt es 202 jüdische und 117 muslimische Bürger, neun Bürger gaben an, eine andere Religion zu haben oder machten keine Angaben zu ihrer Religionszugehörigkeit, 600 Bürger gaben an, keiner Religion zugehörig zu sein.
    Die Daten hat die Kongregation über die jeweiligen Ansprechpartner der Gemeinden und Gemeinschaften bezogen, der andere Teil beruht auf den Daten der Bürgerverwaltung des Status Valsantinus. Beide Datenquellen waren nicht vollkommen Deckungsgleich, aber die Abweichungen sind minimal.


    Ich habe diese Daten für Euch zusammenstellen lassen.
    [sim]schiebt die Mappe rüber[/sim]


    [doc]

    Statistische Daten zur Weltanschauung im Status Valsantinus

    Stand der Daten: 31.XII.2013



    Absolute Zahlen
    Einwohner - 468914


    Katholiken - 467175
    andere Christen - 811
    (Gesamtzahl Christen) - 467986
    Bekenntnisfreie - 600
    Juden - 202
    Muslime - 117
    ohne Angabe / Sonstige - 9




    Relative Zahlen
    Katholiken - 99,629%
    andere Christen - 0,173%
    (Gesamtzahl Christen) - 99,80%
    Bekenntnisfreie - 0,128%
    Juden - 0,043%
    Muslime - 0,025%
    k.A. / Sonstige - 0,002%


    [/doc]



    Ihr solltet allerdings beachten, dass diese Angaben rein statistischer Natur sind, Heiliger Vater.

    Seine Eminenz, Robert Kardinal Fischer
    Kardinaldekan der einen, heiligen, katholischen Kirche
    Kardinalgroßinquisitor
    Titularerzbischof von Tigualu
    Erzbischof emeritus von Bergen und Metropolit emeritus von Bergen

  • [sim]Der Papst zieht sich die Mappe heran und überfliegt die Zahlen. Dann schließt er sie und schiebt sie zur Seite. Der nächste Gang wird serviert.[/sim]


    Sehr gut. Ich danke Euch, Robert. Ich werde mir das heute zur Bettlektüre genauer ansehen.


    Greift zu und dann berichtet mir, was Ihr noch auf dem Herzen habt.

  • [sim]beginnt zu essen und berichtet nebenbei [/sim]
    Ihr erinnert Euch an unser letztes Gespräch, Heiliger Vater? - Ihr hattet geäußert, die Brüder Bischöfe noch einmal explizit zur Teilnahme am Weltkongress aufzurufen. Darf ich Euch darum ersuchen?


    Auch meine nächste Bitte betrifft den Kongress. Wir haben dort nun schon einige Zeit diskutiert und einen breiten Konsens über viele Fragen schon erziehlt, einige werden noch kontrovers diskutiert. Ich möchte der Debatte der Brüder nicht vorgreifen, dennoch möchte ich Eich vortragen und darüber in Kenntnis setzen, dass ich als Großinquisitor Bedenken anmelden muss: Mir scheint es wahrscheinlich, dass der Kongress eine Erklärung verabschiedet, die das Recht auf Leben als absolut und gottgegeben und somit dem menschlichen Einwirken in Form der Tötung eines anderen Menschen eine klare Absage erteilt. Ihr habt damals selbst einen Einwurf gemacht, der auf die Enzyklika Eures Vorgängers, des seeligen Innozenz V., hinwies: Condignus poena. Dieses Dokument scheint mir problematisch, was sowohl die Tradition als auch die in anderen Bereichen vorherrschende Meinung der Kirche über das Lebensrecht angeht. Möglicherweise solltet Ihr die Thesen überdenken oder theologisch besser und klarer begründen, um Widersprüche und Missverständnisse zu vermeiden?


    Auch halte ich es persönlich für ratsam, Eure Aufmerksamkeit auf ein weiteres Thema zu lenken, dass eine Gefahr für die einheitliche Lehrmeinung unserer Kirche werden könnte: Die Sündhaftigkeit der Auslebung gleichgeschlechtlicher Liebe und der dazugehörigen sexuellen Orientierung. Ich möchte erneut eigentlich der Diskussion nicht vorgreifen, die sehr leidenschaftlich geführt wird, sehe aber einen fast unüberwindbaren Graben zwischen beiden Überzeugungen, den Ihr beobachten solltet.

    Seine Eminenz, Robert Kardinal Fischer
    Kardinaldekan der einen, heiligen, katholischen Kirche
    Kardinalgroßinquisitor
    Titularerzbischof von Tigualu
    Erzbischof emeritus von Bergen und Metropolit emeritus von Bergen

  • Danke, Robert, dass Ihr mir das in Erinnerung gerufen habt. Ich werde ein Rundschreiben verfassen und den Kongress noch einmal in Erinnerung rufen. Auch möchte ich mich mit den beiden Themen des Lebens und der Sexulität auseinandersetzen und zu einem Urteil kommen, um den schwelenden Konflikt unter meinen Bischöfen zu verlöschen.


    Wenn wir schon einmal hier zusammen sitzen und dieses köstliche Desert zu uns nehmen: Ich möchte, dass die Planungen für den Weltjugendtag wieder aufgenommen werden. Was benötigt Ihr dafür?

  • Ich danke euch, Heiliger Vater. Die Dokumente des Tagesgeschäfts solltet ihr heute morgen bereits erhalten haben?


    [sim]lässt dieses Mal den Nachtisch zunächst stehen, um zu antworten[/sim]
    So Ihr dies wünscht, würde ich vorschlagen, einige Bischöfe und vielleicht auch Priester zu benennen, die sich um die Vorbereitung kümmern. Möglicherweise täten wir gut daran, ebenso einen Vertreter Eurer Regierung miteinzubeziehen?
    Wenn ich mich richtig erinnere, waren die Vorbereitungen schon sehr konkret, es fehlte lediglich ein Termin und einige Details zum Programm, das unter dem Motto "Wir wollen uns aufmachen und bauen" stehen sollte.

    Seine Eminenz, Robert Kardinal Fischer
    Kardinaldekan der einen, heiligen, katholischen Kirche
    Kardinalgroßinquisitor
    Titularerzbischof von Tigualu
    Erzbischof emeritus von Bergen und Metropolit emeritus von Bergen

  • Nein, die tägliche Dokumentenmappe habe ich noch nicht erhalten. Raúl hat heute Vormittag frei. Gibt es etwas besonders, auf das ich meine Aufmerksamkeit lenken soll?


    Das ist gut. Vielleicht holt Ihr Euch Bischof van Dyke ins Boot. Er weilt derzeit vermehr in Valsanto und wird bestimmt begierig sein, sich einem solchen Projekt anzuschließen.

  • Nur das übliche, denke ich.
    Möchtet Ihr ihm diese Aufgabe antragen oder soll ich mich darum bemühen?

    Seine Eminenz, Robert Kardinal Fischer
    Kardinaldekan der einen, heiligen, katholischen Kirche
    Kardinalgroßinquisitor
    Titularerzbischof von Tigualu
    Erzbischof emeritus von Bergen und Metropolit emeritus von Bergen

  • [sim]Wischt sich die Mundwinkel mit einer Serviette ab. Dann lächelt er.[/sim]


    Robert, ich wünsche, dass Ihr Euch diesem Projekt annehmt. Alle Hilfe die Ihr wünscht, sollt Ihr bekommen. Linus hatte eine Vision für diesen weltumgreifenden Tag der Jugend und wir haben dadurch die Chance, die Kirche wieder näher an die Jugend zu bringen. Die Kirche - wir, Robert - müssen uns erneuern. Der Glaube, Robert, an Jesus Christus und Gott, müssen in den Mittelpunkt gerückt werden. Wer Glauben hat, hat Hoffnung. Und Hoffnung ist wichtig in der heutigen Zeit. Die Kirchen sind leer. Warum? Weil wir altes, verbrauchtes predigen. Der Ethikkongress ist bereits eine gute Grundlage, neue Ausrichtungen zu finden. Uns an der heutigen Zeit zu orientieren und der Kirche endlich das 21. Jahrhundert zu bringen. Sehr wohl mit Maßen, aber doch mit Überlegungen, die einfach signalisieren, dass auch die Mutter Kirche weiß, dass die Welt im Wandel ist.

  • [sim]löffelt gerade sein Dessert aus und nickt dabei.[/sim]
    Ihr sprecht weise, Heiliger Vater. Ich werde mich mit Bruder Adrian in Verbindung setzen und ihn fragen, ob er bereit ist, daran mitzuwirken, den Weltjugendtag zu organisieren.
    Kann ich sonst noch etwas für Eich tun? - Ansonsten hätte ich noch eine andere Angelegenheit.

    Seine Eminenz, Robert Kardinal Fischer
    Kardinaldekan der einen, heiligen, katholischen Kirche
    Kardinalgroßinquisitor
    Titularerzbischof von Tigualu
    Erzbischof emeritus von Bergen und Metropolit emeritus von Bergen

  • Ich danke Euch, Heiliger Vater.
    Nun, es ist keine Angelegenheit der Weltkirche, sondern es geht um Eure Kirchenprovinz Valsanto. In ihr leistet ein fleißiger Priester Dienst, genauer gesagt in Cerol. Vor etwa einem Jahr wandte er sich an mich mit einem - sagen wir speziellem - Problem. Ich bat damals auch Dario um Hilfe, möglicherweise habt Ihr von dem Mann gehört? Durch seine Situation war er in einem tiefen Konflikt, der für ihn ausweglos schien und wir hatten Mühe, ihm einen Weg zu weisen und ihn zu unterstützen, aber es ist geglückt. In seiner Gemeinde jedoch begegnete man ihm nicht hilfsbereit, sondern abweisend und verurteilend. Nun hat er die wahl zwischen zwei Alternativen, die keine guten für ihn sind, es sei denn, es wäre möglich, eine Lösung für ihn zu finden in Form einer Versetzung. Der zuständige Amtsträger jedoch stellt sich da etwas stuhr und ich würde gerne auf Euch verweisen können, wenn Euch das Recht ist.

    Seine Eminenz, Robert Kardinal Fischer
    Kardinaldekan der einen, heiligen, katholischen Kirche
    Kardinalgroßinquisitor
    Titularerzbischof von Tigualu
    Erzbischof emeritus von Bergen und Metropolit emeritus von Bergen