Angelusgebet - 01.01.2015

  • [sim]Der Heilige Vater erscheint am Fenster. Freundlich lächelt er der Menge auf dem Petersplatz an. Er winkt den Gläubigen beschwingt zu.[/sim]


    Papst: Der Engel des Herrn brachte Maria die Botschaft, und sie empfing vom Heiligen Geist.
    Alle: Gegrüßet seist du, Maria, ...
    Papst: Maria sprach: Siehe, ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe nach deinem Wort.
    Alle: Gegrüßet seist du, Maria, ...
    Papst: Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt.
    Alle: Gegrüßet seist du, Maria, ...
    Papst: Bitte für uns, heilige Gottesmutter, dass wir würdig werden der Verheißungen Christi. Lasset uns beten. Allmächtiger Gott, gieße deine Gnade in unsere Herzen ein. Durch die Botschaft des Engels haben wir die Menschwerdung Christi, deines Sohnes, erkannt. Führe uns durch sein Leiden und Kreuz zur Herrlichkeit der Auferstehung. Darum bitten wir durch Christus, unsern Herrn.
    Alle: Amen.


    [sim]Anschließend faltet der Papst die Hände. Ein Priester tauscht das Gebetsbuch gegen ein Manuskript aus.[/sim]


    Liebe Brüder und Schwestern!
    Euch allen ein gutes neues Jahr! Zu Beginn dieses Jahres sprechen wir alle diesen Wunsch aus unter dem segnenden Blick unserer Jungfrau Maria, die wir heute als Mutter Gottes verehren. Ein Wunsch nach Zuversicht und Frieden am Weltfriedenstag, der jedes Jahr begangen wird, seitdem er 1968 von meinem verehrten Vorgänger, dem Diener Gottes Gregor XV., eingeführt wurde. Wir brauchen den Frieden, zum Aufbau der Zivilisation der Liebe. Doch immer wieder behindern im gegenwärtigen Moment der Geschichte Sorgen und Schwierigkeiten diesen Weg. Doch wir dürfen und können nicht von ihm abkommen. Den negativen, von niederträchtigen Interessen getriebenen Kräften, die die Welt in einen Kriegsschauplatz verwandeln wollen, muss mit der Logik der Gerechtigkeit und der Liebe entgegentreten werden.
    Es kann keinen Frieden ohne Gerechtigkeit und keine Gerechtigkeit ohne Vergebung geben. Ohne die Verknüpfung von Gerechtigkeit und Vergebung ist eine vollständige Wiederherstellung der gestörten Ordnung in der Tat nicht möglich.
    In diesem Zusammenhang appelliere ich besonders an die Männer und Frauen, die im vergangenen Jahrhundert die schrecklichen Kriege unserer Zeit durchleben mussten. Ich wende mich an die Jugendlichen, die glücklicherweise diese Konflikte nicht erlebten. Euch allen rufe ich zu: Wir müssen uns gemeinsam der Versuchung nach Krieg und Niedertracht widersetzen. Sie lösen keine Konflikte, sie bringen nur tatsächlichen Verlust mit sich.
    Die Vergebung hingegen, bewirkt Vorteile auf lange Sicht. Die Vergebung widersetzt sich unserem inneren Antrieb, Böses mit Bösem zu vergelten. Sie weist insbesondere für die Christen tiefe religiöse Beweggründe auf, ist aber auch auf einem verstandesmäßigen Fundament gründet. Für alle Menschen, ob für die Gläubigen oder für die Nichtgläubigen, gilt das Gebot, anderen nur das zu tun, was man sich selbst von den anderen wünscht. Dies stellt den Königsweg zum Aufbau einer gerechteren und solidarischeren Welt.
    Möge die jungfräuliche Gottesmutter den Frieden Christi für die Welt erwirken. Wir empfehlen ihr vertrauensvoll die Kirche und die gesamte Menschheit zu Beginn dieses neuen Jahres an.


    Liebe Brüder und Schwestern!
    Vor dem Hintergrund dieser Worte zum Jahresanfang, möchte ich die schrecklichen Ereignisse in http://chinopien.mn-welt.de/forum/index.php?page=Thread&postID=107233#post107233]Chinopien[/url] ansprechen. Zur Weihnachtszeit hat es dort einen schlimmen Anschlag auf eine Kirche gegeben. Eine Bombe erschütterte eine Kirche der Chinopisch-Katholischen-Vereinigung. Und obwohl kein Mensch zu Schaden kam und auch das Gebäude nur minimal beschädigt wurde, ist diese Tat eine verdammungswürdige Tat. Böse Menschen wollen hier Angst schüren und ihren Schrecken unter die Gläubige Herde des Christengottes bringen. Der Glaube, liebe Brüder und Schwestern, hält unsere Seele gesunde. Er vermag es, uns Licht zu spenden, wo das Dunkel ist. Unser Glaube an Gott, konfessionsübergreifend, bietet uns Halt und Schutz. Die Religionsfreiheit ist ein wichtiges, menschliches Gut. Angriffe auf diese Freiheit sind feige und darüber hinaus ein sinnloser Akt der Barbarei. Denn unser Glaube, Brüder und Schwestern, kann durch Gewalt nicht erschüttert werden. Gott ist für uns da. In guten, wie in schlechten Zeiten.


    Ich rufe den Brüdern und Schwestern im Glauben im fernen Chinopien zu: Seid stark in eurem Glauben! Nur wer stark im Glauben ist, kann sich dieser Barbarei widersetzen und jenen, die glauben mit Gewalt eine Religion stürzen zu können den Wind aus den Segeln nehmen.


    Amen!


    [sim]Der Priester reicht dem Papst nun erneut das Gebetsbuch. Dieser breitet die Hände über den Gläubigen aus.[/sim]


    Papst: Der Herr sei mit Euch.
    Alle: Und mit Deinem Geiste.
    Papst: Der Name des Herrn sei gepriesen.
    Alle: Von nun an bis in Ewigkeit.
    Papst: Unsere Hilfe ist im Namen des Herrn.
    Alle: Der Himmel und Erde erschaffen hat.
    Papst: Es segne euch der allmächtige Gott, der Vater, und der Sohn, und der Heilige Geist.
    Alle: Amen.


    [sim]Er zeichnet das Kreuz über die Gläubigen und zieht sich dann wieder in sein Arbeitszimmer zurück.[/sim]

  • Amen.

    Seine Eminenz, Robert Kardinal Fischer
    Kardinalgroßinquisitor - Kardinalbischof
    Titularerzbischof von Tigualu

    Kardinaldekan emeritus - Erzbischof emeritus von Bergen und Metropolit emeritus von Bergen