[3. Konferenztag] Medizinethik

  • Werte Brüder,
    die Möglichkeiten der Medizin nehmen zu, aber nicht alles, was medizinisch möglich ist, ist auch gut für den Menschen. Mit den Grenzen der Medizin wollen wir uns heute beschäftigen.

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    Seine Eminenz, Robert Kardinal Fischer

    Kardinalgroßinquisitor - Kardinalbischof von Nuesca / Titularerzbischof von Tigualu / Kardinaldekan emeritus - Erzbischof emeritus von Bergen und Metropolit emeritus von Bergen


  • Keine Vorschläge?

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    Seine Eminenz, Robert Kardinal Fischer

    Kardinalgroßinquisitor - Kardinalbischof von Nuesca / Titularerzbischof von Tigualu / Kardinaldekan emeritus - Erzbischof emeritus von Bergen und Metropolit emeritus von Bergen


  • Ich beginne dann einfach mal meine Ideen zusammenzufassen.
    Zunächst unterstützt die Kirche natürlich die Medizin generell, als Wissenschaft, die sich unmittelbar in den Dienst des Menschen und damit unmittelbar in den Dienst der Schöpfung gestellt hat. Die Medizin bietet viele Möglichkeiten, die unterstützenswert sind, seien es nun Medikamente, Therapien, Operationen, Lebenserhaltungsmaßnahmen oder Transplantationen. Doch nicht alles, was menschenmöglich ist, darf die Medizin tun, ganz klare Grenzen wären hier für mich das Klonen von Menschen, die Abtreibung, abgesehen von Fällen, in denen die Schwangere durch die Schwangerschaft in unmittelbarer Lebensgefahr ist, die wie auch immer geartete Sterbehilfe, den Handel mit menschlichen Organen oder auch nur ein grenzenloses Profitstreben auf Kosten der Patienten.

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    Seine Eminenz, Robert Kardinal Fischer

    Kardinalgroßinquisitor - Kardinalbischof von Nuesca / Titularerzbischof von Tigualu / Kardinaldekan emeritus - Erzbischof emeritus von Bergen und Metropolit emeritus von Bergen


  • Ich erlaube mir mal einen Anfang zu Formulieren, der das Problem beschreibt. Ich bin mir nicht sicher, ob Klonen zur Medizinethik gehört. Ebenso bin ich skeptisch, wenn es um das schrankenlose "Ja" zu Medikamenten, Operationen und anderen Therapien geht.


    Zitat


    Kaum jemand möchte, wenn er krank wird, auf die Vorteile der modernen Medizin verzichten, die in neuerer Zeit große Erfolge und Fortschritte erzielt hat. Genau wie in der Medizin gilt seitjeher im Christentum der Dienst am Kranken und Sterbenden als Werk der Barmherzigkeit, in der sich Gott uns immer wieder offenbart, deshalb bejaht die Kirche die Medizin als Wissenschaft, deren ärztliches und pflegerisches Tun stets am Wohl des Kranken im umfassenden Sinne ausgerichtet ist. Gleichzeitig sind wir im Bewusstsein, dass durch die Konfrontation der Medizin mit Krankheit, Sterben und Tod auch ethische Probleme eintreten.


    Die Faszination des Machbaren, die fortschreitende Technik birgt eine gefährliche Veränderung in der Einstellung zum ärztlichen Können wie auch zum Sinn des Lebens und des Todes. Wer unbegrenztes Vertrauen in die Technik setzt, wird das ärztliche Handeln als Reparatur oder als Wiederherstellung der Funktionstüchtigkeit von Organen verstehen und fordern, dass er behandelt wird, ohne zu fragen, ob die Behandlung zu einer sinnvollen Heilung oder Lebensverlängerung führt.


    Die ethische Frage lautet: Darf der Arzt, was die Medizin kann? Muss Leben unter allen Umständen erhalten und verlängert werden? Was ist am Ende des Lebens sittlich erlaubt, und was ist sittlich verboten? Jede Antwort auf diese Fragen muss davon ausgehen, dass über menschliches Leben, in welchem Stadium auch immer, nicht verfügt werden darf und das der Mensch einen Anspruch auf ein menschenwürdiges Sterben hat. Für die Medizin bedeutet diese Verpflichtung Hilfe beim Sterben ohne menschliches Leben zu töten.

  • Den Vorschlag für die Einleitung finde ich recht gut gelungen, allerdings würde ich umformulieren: "Für die Medizin bedeutet diese Verpflichtung Beistand beim Sterben ohne menschliches Leben zu töten."

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    Seine Eminenz, Robert Kardinal Fischer

    Kardinalgroßinquisitor - Kardinalbischof von Nuesca / Titularerzbischof von Tigualu / Kardinaldekan emeritus - Erzbischof emeritus von Bergen und Metropolit emeritus von Bergen


  • Ich habe mir erlaubt, einen neuen Entwurf zu formulieren, wobei ich den Vorschlag von Bruder Kowalski dem Sinn her übernommen habe:



    Seit Anbeginn ihrer Existenz versucht die Menschheit durch geeignete Mittel Krankheiten und Leiden zu verhindern, zu bekämpfen oder zu lindern und damit den Kranken dieser Welt zu helfen. Gerade im Verlauf der letzten Jahrzehnte hat es in diesem Bereich viele Durchbrüche und große Fortschritte gegeben.
    Die Kirche sieht diese Fortschritte grundsätzlich sehr positiv, denn der Dienst an den Kranken und Hilflosen hat einem sehr hohen Stellenwert im Glauben. Wir beobachten mit Sorge, wie die allgemeine Entwicklung dahingehend ist, das Profitstreben und den Eigennutz über das Wohl der Menschen und die Fürsorge für Alte oder Kranke zu stellen.
    Umso mehr anerkennen wir die Leistung derjenigen Frauen und Männer, die ihr Leben in den Dienst ebenjener Menschen gestellt haben, sei es in Forschung oder in der praktischen Medizin und Pflege, denn der Glaube des Einzelnen hat die Macht, Kraft und Trost zu spenden, doch für das physische Gesunden braucht es engagierte Mitmenschen. Die braucht des ebenso, um die Glaubenden in ihrem Glauben zu bestärken und diejenigen, die fürchten, die Angst zu nehmen.
    Diejenigen Menschen, die in diesem Bereich tätig sind oder die erkrankt sind und leiden, geraten mehr als andere in Kontakt mit den Fragen von Krankheit, Schmerz, Leid, Sterben und Tod und mit diesen Fragen treffen sie auch auf all dass, was heute technisch und medizinisch machbar ist und machbar scheint.
    Bei aller Faszination gegenüber dem Möglichen passiert es umso schneller, das Maß aus den Augen zu verlieren, zu vergessen, dass nicht alles, was vielleicht machbar ist, den Preis wert ist, den es kostet. Damit ist ganz ausdrücklich nicht der ökonomische Preis gemeint, denn einem Kranken zu helfen, ist unbezahlbar, sondern der moralische Preis.
    Was ist vertretbar, ethisch und moralisch, und wo sind die Grenzen dessen erreicht, was ungeachtet jeder theoretischen Machbarkeit, umgesetzt werden kann und darf?
    Wo endet die Freiheit der Forschung, weil die Menschlichkeit verloren ginge bei jedem weiteren Schritt in Richtung des vermeintlichen weiteren Fortschritts?
    Wo verlaufen die Grenzen der Medizin, weil sie den Dienst an Menschen mit ihrem Überschreiten aus den Augen verlieren oder gar verkehren würde in einen Schaden?


    Antworten auf diese Fragen zu geben, ist keine einfache Aufgabe, weil die Grenzen gerade auf dem Gebiet der Medizin fließend sein können. Deswegen ist eine genaue Betrachtung gerade bei schwierigen Fällen unbedingt notwendig, insbesondere, wenn es um die Beurteilung zwischen Schaden und Nutzen einer Behandlung geht, was etwa durch das Hinzuziehen neutraler Experten sowohl aus der Medizin, des Rechts als auch aus dem Bereich der Ethik geschehen kann.


    Abseits von jedem Einzelfall lassen sich jedoch einige allgemeingültige Grenzen festlegen.


    Erstens hat jede Behandlung ungeachtet aller Konsequenzen an dem Punkt zu enden, den eine entscheidungsfähige Person in voller Kenntnis der daraus sich ergebenen Folgen und nach reiflicher Überlegung im Besitz seiner Geisteskräfte in irgendeiner Art und Weise erkennbar macht oder gemacht hat, dass sie eine weitere Versorgung nicht wünscht. Die Abwägung, ob dieser Punkt erreicht ist, sofern der Patient sich nicht selbst dazu äußern kann, der behandelnde Arzt treffen.


    Zweitens hat jede Behandlung und Forschung dort zu enden, wo das Leben an sich berührt ist. Leben beginnt mit der Befruchtung der Eizelle. Das Ende des menschlichen Lebens ist nicht in die Hand der Menschen gegeben. Um keinen Preis darf ein Mensch also einem anderen töten oder ihm ein Medikament zu diesem Zweck verabreichen oder zur Verfügung stellen oder ihn in einer anderen Weise in der Beendigung seines Lebens unterstützen, egal wie alt oder jung oder wie krank dieser Mensch ist. Es überschreitet im Einzelfall nicht die Grenze, im Falle der Lebensgefahr für die Mutter eine Abtreibung durchzuführen, sofern dies aus medizinischer Sicht zwingend notwendig ist, das Leben der Mutter zu retten oder durch die Verabreichung eines Medikamentes zur Schmerzlinderung an einen unheilbar Kranken die Verkürzung der Überlebensdauer in Kauf zu nehmen. Eben sowenig ist das Unterlassen weiterer lebensverlängernder Maßnahmen auf Wunsch des Betroffenen oder seiner Angehörigen grundsätzlich abzulehnen.
    Ganz klar abzulehnen ist hingegen die Forschung oder Behandlung mit aus befruchteten Embryonen unter Tötung dieser gewonnenen Stammzellen.


    Drittens hat jede Form der Behandlung dort zu enden, wo der Schaden moralisch nicht mehr zu vertreten ist, auch weil er in keinem Verhältnis zum Nutzen steht. Dies gilt sowohl für den dem Patienten entstehenden Schaden, als auch für den Dritten entstehenden Schaden. Insbesondere ist jede Form der Behandlung verwerflich, die dem Patienten keinen Nutzen wird bringen können.




    Die Organspende, entweder durch die Entnahme von Organen Verstorbener oder durch freiwillige Spende von Organen, deren Entnahme auch bei Lebenden möglich ist, unterstützt die Kirche ausdrücklich als einen Akt der Nächstenliebe und ruft alle Menschen auf, sich Gedanken zu machen, ob sie ihre Organe spenden möchten, denn Organspende rettet Leben und ist „Lebensspende“.


    Die Aufgabe von Medizin und Medizinforschung ist es, Menschen zu helfen, sie zu begleiten und zu betreuen, sei es nun bei der Gesundung oder auf dem Weg und bis zum Tod. Die Aufgabe der Menschen ist es wiederum, klare Grenzen zu respektieren, die der Respekt vor den Menschen als Geschöpf Gottes erfordert und für ihre Einhaltung zu streiten.
    Die Kirche nimmt diese Aufgabe ernst, denn ein Überschreiten dieser Grenzen rettet kein Leben, sondern schädigt es.

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    Seine Eminenz, Robert Kardinal Fischer

    Kardinalgroßinquisitor - Kardinalbischof von Nuesca / Titularerzbischof von Tigualu / Kardinaldekan emeritus - Erzbischof emeritus von Bergen und Metropolit emeritus von Bergen


  • Seit Anbeginn ihrer Existenz versucht die Menschheit durch geeignete Mittel Krankheiten und Leiden zu verhindern, zu bekämpfen oder zu lindern und damit den Kranken dieser Welt zu helfen. Gerade im Verlauf der letzten Jahrzehnte hat es in diesem Bereich viele Durchbrüche und große Fortschritte gegeben.


    Die Kirche sieht diese Fortschritte grundsätzlich sehr positiv, denn der Dienst an den Kranken und Hilflosen hat einem sehr hohen Stellenwert im Glauben. Wir beobachten mit Sorge, wie die allgemeine Entwicklung dahingehend ist, das Profitstreben und den Eigennutz über das Wohl der Menschen und die Fürsorge für Alte oder Kranke zu stellen.

    "Und Jesus durchzog ganz Galiläa, lehrte in ihren Synagogen und predigte das Evangelium von dem Reich und heilte alle Krankheiten und alle Gebrechen im Volk. Und sein Ruf verbreitete sich in ganz Syrien; und sie brachten ALLE Kranken zu ihm, die mit mancherlei Krankheiten und Schmerzen behaftet waren, Besessene und Mondsüchtige und Lahme; und er heilte sie." - Matthäus 4,23.24


    Umso mehr anerkennen wir die Leistung derjenigen Frauen und Männer, die ihr Leben in den Dienst ebenjener Menschen gestellt haben, sei es in Forschung oder in der praktischen Medizin und Pflege, denn der Glaube des Einzelnen hat die Macht, Kraft und Trost zu spenden, doch für das physische Gesunden braucht es engagierte Mitmenschen. Die braucht des ebenso, um die Glaubenden in ihrem Glauben zu bestärken und diejenigen, die fürchten, die Angst zu nehmen. Diejenigen Menschen, die in diesem Bereich tätig sind oder die erkrankt sind und leiden, geraten mehr als andere in Kontakt mit den Fragen von Krankheit, Schmerz, Leid, Sterben und Tod und mit diesen Fragen treffen sie auch auf all dass, was heute technisch und medizinisch machbar ist und machbar scheint.


    Bei aller Faszination gegenüber dem Möglichen passiert es umso schneller, das Maß aus den Augen zu verlieren, zu vergessen, dass nicht alles, was vielleicht machbar ist, den Preis wert ist, den es kostet. Damit ist ganz ausdrücklich nicht der ökonomische Preis gemeint, denn einem Kranken zu helfen, ist unbezahlbar, sondern der moralische Preis.


    Was ist vertretbar, ethisch und moralisch, und wo sind die Grenzen dessen erreicht, was ungeachtet jeder theoretischen Machbarkeit, umgesetzt werden kann und darf?
    Wo endet die Freiheit der Forschung, weil die Menschlichkeit verloren ginge bei jedem weiteren Schritt in Richtung des vermeintlichen weiteren Fortschritts?
    Wo verlaufen die Grenzen der Medizin, weil sie den Dienst an Menschen mit ihrem Überschreiten aus den Augen verlieren oder gar verkehren würde in einen Schaden?


    Antworten auf diese Fragen zu geben, ist keine einfache Aufgabe, weil die Grenzen gerade auf dem Gebiet der Medizin fließend sein können. Deswegen ist eine genaue Betrachtung gerade bei schwierigen Fällen unbedingt notwendig, insbesondere, wenn es um die Beurteilung zwischen Schaden und Nutzen einer Behandlung geht, was etwa durch das Hinzuziehen neutraler Experten sowohl aus der Medizin, des Rechts als auch aus dem Bereich der Ethik geschehen kann.


    Abseits von jedem Einzelfall lassen sich jedoch einige allgemeingültige Grenzen festlegen.


    Zum Ersten hat jede Behandlung ungeachtet aller Konsequenzen an dem Punkt zu enden, den eine entscheidungsfähige Person in voller Kenntnis der daraus sich ergebenen Folgen und nach reiflicher Überlegung im Besitz seiner Geisteskräfte in irgendeiner Art und Weise erkennbar macht oder gemacht hat, dass sie eine weitere Versorgung nicht wünscht. Die Abwägung, ob dieser Punkt erreicht ist, sofern der Patient sich nicht selbst dazu äußern kann, sollte der behandelnde Arzt treffen.


    Zum Zweiten hat jede Behandlung und Forschung dort zu enden, wo das Leben an sich berührt ist. Leben beginnt mit der Befruchtung der Eizelle. Das Ende des menschlichen Lebens ist nicht in die Hand der Menschen gegeben. Um keinen Preis darf ein Mensch also einemn anderen töten oder ihm ein Medikament zu diesem Zweck verabreichen oder zur Verfügung stellen oder ihn in einer anderen Weise in der Beendigung seines Lebens unterstützen, egal wie alt oder jung oder wie krank dieser Mensch ist.

    "Du sollst nicht töten" – 2. Moses 20,13


    Es überschreitet im Einzelfall nicht die Grenze, im Falle der Lebensgefahr für die Mutter eine Abtreibung durchzuführen, sofern dies aus medizinischer Sicht zwingend notwendig ist, das Leben der Mutter zu retten oder durch die Verabreichung eines Medikamentes zur Schmerzlinderung an einen unheilbar Kranken die Verkürzung der Überlebensdauer in Kauf zu nehmen. Eben so wenig ist das Unterlassen weiterer lebensverlängernder Maßnahmen auf Wunsch des Betroffenen oder seiner Angehörigen grundsätzlich abzulehnen. Ganz klar abzulehnen ist hingegen die Forschung oder Behandlung mit aus befruchteten Embryonen unter Tötung dieser gewonnenen Stammzellen.


    Zum Dritten hat jede Form der Behandlung dort zu enden, wo der Schaden moralisch nicht mehr zu vertreten ist, auch weil er in keinem Verhältnis zum Nutzen steht. Dies gilt sowohl für den dem Patienten entstehenden Schaden, als auch für den Dritten entstehenden Schaden. Insbesondere ist jede Form der Behandlung verwerflich, die dem Patienten keinen Nutzen wird bringen können.



    Die Organspende, entweder durch die Entnahme von Organen Verstorbener oder durch freiwillige Spende von Organen, deren Entnahme auch bei Lebenden möglich ist, unterstützt die Kirche ausdrücklich als einen Akt der Nächstenliebe und ruft alle Menschen auf, sich Gedanken zu machen, ob sie ihre Organe spenden möchten, denn Organspende rettet Leben und ist „Lebensspende“.


    Die Aufgabe von Medizin und Medizinforschung ist es, Menschen zu helfen, sie zu begleiten und zu betreuen, sei es nun bei der Gesundung oder auf dem Weg und bis zum Tod. Die Aufgabe der Menschen ist es wiederum, klare Grenzen zu respektieren, die der Respekt vor den Menschen als Geschöpf Gottes erfordert und für ihre Einhaltung zu streiten.
    Die Kirche nimmt diese Aufgabe ernst, denn ein Überschreiten dieser Grenzen rettet kein Leben, sondern schädigt es.


    "Das Maß der Nächstenliebe ist nicht davon abhängig, ob sie dafür etwas zurückbekommt. Sie erwartet keine Reaktion. Weder Lob von anderen noch Gegenleistung."

  • Ich danke Bruder Carlos für diese gelungene weitere Ausarbeitung.

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    Seine Eminenz, Robert Kardinal Fischer

    Kardinalgroßinquisitor - Kardinalbischof von Nuesca / Titularerzbischof von Tigualu / Kardinaldekan emeritus - Erzbischof emeritus von Bergen und Metropolit emeritus von Bergen


  • Eine redigiete Fassung:



    [Überschrift]

    Seit Anbeginn ihrer Existenz versucht die Menschheit durch geeignete Mittel Krankheiten und Leiden zu verhindern, zu bekämpfen oder zu lindern und damit den Kranken dieser Welt zu helfen. Gerade im Verlauf der letzten Jahrzehnte hat es in diesem Bereich viele Durchbrüche und große Fortschritte gegeben.


    Die Kirche sieht diese Fortschritte grundsätzlich sehr positiv, denn der Dienst an den Kranken und Hilflosen hat einem sehr hohen Stellenwert im Glauben. Wir beobachten aber mit zunehmender Sorge, wie die allgemeine Entwicklung dahingehend ist, das Profitstreben und den Eigennutz über das Wohl der Menschen und die Fürsorge für Alte oder Kranke zu stellen.

    "Und Jesus durchzog ganz Galiläa, lehrte in ihren Synagogen und predigte das Evangelium von dem Reich und heilte alle Krankheiten und alle Gebrechen im Volk. Und sein Ruf verbreitete sich in ganz Syrien; und sie brachten ALLE Kranken zu ihm, die mit mancherlei Krankheiten und Schmerzen behaftet waren, Besessene und Mondsüchtige und Lahme; und er heilte sie." - Matthäus 4,23.24



    Umso mehr anerkennen wir die Leistung derjenigen Frauen und Männer, die ihr Leben in den Dienst an diesen Menschen gestellt haben, sei es in Forschung oder in der praktischen Medizin und Pflege, denn der Glaube des Einzelnen hat die Macht, Kraft und Trost zu spenden, doch für das physische Gesunden braucht es engagierte Mitmenschen. Die braucht des ebenso, um die Glaubenden in ihrem Glauben zu bestärken und denen, die sich fürchten, die Angst zu nehmen. Diejenigen Menschen, die in diesem Bereich tätig sind oder die erkrankt sind und leiden, geraten mehr als andere in Kontakt mit den Fragen von Krankheit, Schmerz, Leid, Sterben und Tod und - mit diesen Fragen - auch auf all dass, was heute technisch und medizinisch machbar ist und machbar scheint.


    Bei aller Faszination gegenüber dem Möglichen passiert es umso schneller, das Maß aus den Augen zu verlieren, zu vergessen, dass nicht alles, was vielleicht machbar ist, den Preis wert ist, den es kostet. Damit ist ganz ausdrücklich nicht der ökonomische Preis gemeint, denn einem Kranken zu helfen, ist unbezahlbar, sondern der moralische Preis.


    Was ist vertretbar, ethisch und moralisch, und wo sind die Grenzen dessen erreicht, was, ungeachtet jeder theoretischen Machbarkeit, umgesetzt werden kann und darf?
    Wo endet die Freiheit der Forschung, weil die Menschlichkeit verloren ginge bei jedem weiteren Schritt in Richtung des vermeintlichen weiteren Fortschritts?
    Wo verlaufen die Grenzen der Medizin, weil sie den Dienst an Menschen mit ihrem Überschreiten aus den Augen verlieren oder gar verkehren würde in einen Schaden?


    Antworten auf diese Fragen zu geben ist keine einfache Aufgabe, weil die Grenzen gerade auf dem Gebiet der Medizin fließend sein können. Deswegen ist eine genaue Betrachtung gerade bei schwierigen Fällen unbedingt notwendig, insbesondere, wenn es um die Beurteilung zwischen Schaden und Nutzen einer Behandlung geht, was etwa durch das Hinzuziehen neutraler Experten sowohl aus der Medizin, des Rechts als auch aus dem Bereich der Ethik geschehen kann.


    Abseits von jedem Einzelfall lassen sich jedoch einige allgemeingültige Grenzen festlegen.


    Zum Ersten hat jede Behandlung ungeachtet aller Konsequenzen an dem Punkt zu enden, den eine entscheidungsfähige und zurechnungsfähige Person in voller Kenntnis der daraus sich ergebenen Folgen und nach reiflicher Überlegung im Besitz seiner Geisteskräfte in irgendeiner Art und Weise erkennbar macht oder gemacht hat, dass sie eine weitere Versorgung nicht wünscht. Die Abwägung, ob dieser Punkt erreicht ist, sofern der Patient sich nicht selbst dazu äußern kann, sollte der behandelnde Arzt treffen.


    Zum Zweiten hat jede Behandlung und Forschung dort zu enden, wo das Leben an sich berührt ist. Leben beginnt mit der Befruchtung der Eizelle. Das Ende des menschlichen Lebens ist nicht in die Hand der Menschen gegeben. Um keinen Preis darf ein Mensch also einemn anderen töten oder ihm ein Medikament zu diesem Zweck verabreichen oder zur Verfügung stellen oder ihn in einer anderen Weise in der Beendigung seines Lebens unterstützen, egal wie alt oder jung oder wie krank dieser Mensch ist.


    "Du sollst nicht töten" – 2. Moses 20,13



    Es überschreitet im Einzelfall nicht die Grenze, im Falle der Lebensgefahr für die Mutter eine Abtreibung durchzuführen, sofern dies aus medizinischer Sicht zwingend notwendig ist, das Leben der Mutter zu retten oder durch die Verabreichung eines Medikamentes zur Schmerzlinderung an einen unheilbar Kranken die Verkürzung der Überlebensdauer in Kauf zu nehmen. Eben so wenig ist das Unterlassen weiterer lebensverlängernder Maßnahmen auf Wunsch des Betroffenen oder seiner Angehörigen grundsätzlich abzulehnen. Ganz klar abzulehnen ist hingegen die Forschung oder Behandlung mit aus befruchteten Embryonen unter Tötung dieser gewonnenen Stammzellen.


    Zum Dritten hat jede Form der Behandlung dort zu enden, wo der Schaden moralisch nicht mehr zu vertreten ist, auch weil er in keinem Verhältnis zum Nutzen steht. Dies gilt sowohl für den dem Patienten entstehenden Schaden, als auch für den Dritten entstehenden Schaden. Insbesondere ist jede Form der Behandlung verwerflich, die dem Patienten keinen Nutzen wird bringen können.



    Die Organspende, entweder durch die Entnahme von Organen Verstorbener oder durch freiwillige Spende von Organen, deren Entnahme auch bei Lebenden möglich ist, unterstützt die Kirche ausdrücklich als einen Akt der Nächstenliebe und ruft alle Menschen auf, sich Gedanken zu machen, ob sie ihre Organe spenden möchten, denn Organspende rettet Leben und ist „Lebensspende“. Es ist gleichzeitig aber auch unabweisbare Verantwortung von Fachleuten, sichere Kriterien für den körperlichen Tod festzustellen, die unbedingt losgelöst sein müssen von einem Bedarf.


    Die Aufgabe von Medizin und Medizinforschung ist es, Menschen zu helfen, sie zu begleiten und zu betreuen, sei es nun bei der Gesundung oder auf dem Weg und bis zum Tod; die Aufgabe der Menschen ist es wiederum, klare Grenzen zu respektieren, die der Respekt vor den Menschen als Geschöpf Gottes erfordert und für ihre Einhaltung zu streiten.
    Die Kirche nimmt diese Aufgabe ernst, denn ein Überschreiten dieser Grenzen rettet kein Leben, sondern schädigt es.

    "Das Maß der Nächstenliebe ist nicht davon abhängig, ob sie dafür etwas zurückbekommt. Sie erwartet keine Reaktion. Weder Lob von anderen noch Gegenleistung."

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    Seine Eminenz, Robert Kardinal Fischer

    Kardinalgroßinquisitor - Kardinalbischof von Nuesca / Titularerzbischof von Tigualu / Kardinaldekan emeritus - Erzbischof emeritus von Bergen und Metropolit emeritus von Bergen


  • Im Großen und Ganzen in Ordnung, werter Bruder. Ich frage mich jedoch, ob der Abschnitt über den Lebensschutz nicht zu harsch formuliert ist. Vielleicht sollte man die barmherzige Unterstützung der Kirche und der Medizin für unheilbar kranke und leidende Menschen mehr in den Vordergrund stellen.

    Johannes Anasthasius Kardinal Hartung
    Patriarch von Königsberg
    Primas von Turanien

  • Hast du einen konkreten Vorschlag, Bruder?

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    Seine Eminenz, Robert Kardinal Fischer

    Kardinalgroßinquisitor - Kardinalbischof von Nuesca / Titularerzbischof von Tigualu / Kardinaldekan emeritus - Erzbischof emeritus von Bergen und Metropolit emeritus von Bergen


  • Zum Zweiten hat jede Behandlung und Forschung dort zu enden, wo das Leben an sich berührt ist. Leben beginnt mit der Befruchtung der Eizelle. Das Ende des menschlichen Lebens ist nicht in die Hand der Menschen gegeben. Um keinen Preis darf ein Mensch also einen anderen töten oder ihm ein Medikament zu diesem Zweck verabreichen oder zur Verfügung stellen oder ihn in einer anderen Weise in der Beendigung seines Lebens unterstützen, egal wie alt oder jung oder wie krank dieser Mensch ist.


    Diesen Absatz würde ich in etwa so formulieren:

    Die Kirche ermutigt jeden Menschen zu einem unbedingten Ja zum Leben. Jede medizinische Behandlung und jede Forschung hat sich vom Grundsatz der Heiligkeit des Lebens leiten zu lassen. Menschliches Leben beginnt mit der Befruchtung der Eizelle und endet mit dem Absterben des Gehirns (Hirntod). Der Mensch hat das Recht auf ein Sterben in Würde. Die Kirche sieht es als ihre Aufgabe an, den Sterbeprozess seelsorglich zu begleiten. Damit der Mensch – egal wie krank er auch sei – zu einer gewissenhaften Bejahung seines Lebens befähigt ist, spricht sich die Kirche für eine moderne Schmerztherapie (Palliativmedizin) aus, um den Wunsch nach Selbsttötung oder Sterbehilfe gar nicht erst aufkommen zu lassen.

    Johannes Anasthasius Kardinal Hartung
    Patriarch von Königsberg
    Primas von Turanien

  • Hier wiederum verblasst die Betonung auf die Ablehnung jedweder Einflussnahme, die den Tod eines Menschen herbeiführt.
    Vielleicht:
    [doc]
    Zum Zweiten ermutigt die Kirche jeden Menschen zu einem unbedingten Ja zum Leben. Jede medizinische Behandlung und jede Forschung hat sich vom Grundsatz der Heiligkeit des Lebens leiten zu lassen. Menschliches Leben beginnt mit der Befruchtung der Eizelle und endet mit dem Absterben des Gehirns (Hirntod). Der Mensch hat das Recht auf ein Sterben in Würde. Die Kirche sieht es als ihre Aufgabe an, den Sterbeprozess seelsorglich zu begleiten. Damit der Mensch – egal wie krank er auch sei – zu einer gewissenhaften Bejahung seines Lebens befähigt ist, spricht sich die Kirche für eine moderne Schmerztherapie (Palliativmedizin) aus, um den Wunsch nach Selbsttötung oder Sterbehilfe gar nicht erst aufkommen zu lassen, der oft nur dem Wunsch nach dem Ende des Schmerzes folgt. Den Schmerz zu lindern liegt in der Hand des Menschen, doch lehnt die Kirche entschieden und mit allem Nachdruck ab, dass ein Mensch einen anderen in welcher Form auch immer tötet, beispielswise durch die Verabreichung oder Bereitstellung eines Medikaments, das diesem Zwecke dient oder ihn in einer anderen Weise in der Beendigung seines Lebens unterstützen, egal wie alt oder jung oder wie krank dieser Mensch ist.
    [/doc}

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    Seine Eminenz, Robert Kardinal Fischer

    Kardinalgroßinquisitor - Kardinalbischof von Nuesca / Titularerzbischof von Tigualu / Kardinaldekan emeritus - Erzbischof emeritus von Bergen und Metropolit emeritus von Bergen


  • Wie wäre es mit dieser nur leicht gekürzten Form:

    Zum Zweiten ermutigt die Kirche jeden Menschen zu einem unbedingten Ja zum Leben. Jede medizinische Behandlung und jede Forschung hat sich vom Grundsatz der Heiligkeit des Lebens leiten zu lassen. Menschliches Leben beginnt mit der Befruchtung der Eizelle und endet mit dem Absterben des Gehirns (Hirntod). Der Mensch hat das Recht auf ein Sterben in Würde. Die Kirche sieht es als ihre Aufgabe an, den Sterbeprozess seelsorglich zu begleiten. Damit der Mensch – egal wie krank er auch sei – zu einer gewissenhaften Bejahung seines Lebens befähigt ist, spricht sich die Kirche für eine moderne Schmerztherapie (Palliativmedizin) aus, um den Wunsch nach Selbsttötung oder Sterbehilfe gar nicht erst aufkommen zu lassen, der oft nur dem Wunsch nach dem Ende des Schmerzes folgt. Den Schmerz zu lindern liegt in der Hand des Menschen, doch lehnt die Kirche mit Nachdruck ab, dass ein Mensch einen anderen in welcher Form auch immer tötet.


    Die Formulierung "in welcher Form auch immer" besagt ja bereits, dass die Kirche jede Tötung ablehnt. Beispiele brauchen wir daher an dieser Stelle gar nicht zu nennen.

    Johannes Anasthasius Kardinal Hartung
    Patriarch von Königsberg
    Primas von Turanien

  • Hier dann das ganze zusammengefasst und um eine Klarstellung im Bezug auf die Grenzen der Medizin ergänzt:


    [Überschrift]

    Seit Anbeginn ihrer Existenz versucht die Menschheit durch geeignete Mittel Krankheiten und Leiden zu verhindern, zu bekämpfen oder zu lindern und damit den Kranken dieser Welt zu helfen. Gerade im Verlauf der letzten Jahrzehnte hat es in diesem Bereich viele Durchbrüche und große Fortschritte gegeben.


    Die Kirche sieht diese Fortschritte grundsätzlich sehr positiv, denn der Dienst an den Kranken und Hilflosen hat einem sehr hohen Stellenwert im Glauben. Wir beobachten aber mit zunehmender Sorge, wie die allgemeine Entwicklung dahingehend ist, das Profitstreben und den Eigennutz über das Wohl der Menschen und die Fürsorge für Alte oder Kranke zu stellen.

    "Und Jesus durchzog ganz Galiläa, lehrte in ihren Synagogen und predigte das Evangelium von dem Reich und heilte alle Krankheiten und alle Gebrechen im Volk. Und sein Ruf verbreitete sich in ganz Syrien; und sie brachten ALLE Kranken zu ihm, die mit mancherlei Krankheiten und Schmerzen behaftet waren, Besessene und Mondsüchtige und Lahme; und er heilte sie." - Matthäus 4,23.24



    Umso mehr anerkennen wir die Leistung derjenigen Frauen und Männer, die ihr Leben in den Dienst an diesen Menschen gestellt haben, sei es in Forschung oder in der praktischen Medizin und Pflege, denn der Glaube des Einzelnen hat die Macht, Kraft und Trost zu spenden, doch für das physische Gesunden braucht es engagierte Mitmenschen. Die braucht des ebenso, um die Glaubenden in ihrem Glauben zu bestärken und denen, die sich fürchten, die Angst zu nehmen. Diejenigen Menschen, die in diesem Bereich tätig sind oder die erkrankt sind und leiden, geraten mehr als andere in Kontakt mit den Fragen von Krankheit, Schmerz, Leid, Sterben und Tod und - mit diesen Fragen - auch auf all dass, was heute technisch und medizinisch machbar ist und machbar scheint.


    Bei aller Faszination gegenüber dem Möglichen passiert es umso schneller, das Maß aus den Augen zu verlieren, zu vergessen, dass nicht alles, was vielleicht machbar ist, den Preis wert ist, den es kostet. Damit ist ganz ausdrücklich nicht der ökonomische Preis gemeint, denn einem Kranken zu helfen, ist unbezahlbar, sondern der moralische Preis.


    Was ist vertretbar, ethisch und moralisch, und wo sind die Grenzen dessen erreicht, was, ungeachtet jeder theoretischen Machbarkeit, umgesetzt werden kann und darf?
    Wo endet die Freiheit der Forschung, weil die Menschlichkeit verloren ginge bei jedem weiteren Schritt in Richtung des vermeintlichen weiteren Fortschritts?
    Wo verlaufen die Grenzen der Medizin, weil sie den Dienst an Menschen mit ihrem Überschreiten aus den Augen verlieren oder gar verkehren würde in einen Schaden?


    Antworten auf diese Fragen zu geben ist keine einfache Aufgabe, weil die Grenzen gerade auf dem Gebiet der Medizin fließend sein können. Deswegen ist eine genaue Betrachtung gerade bei schwierigen Fällen unbedingt notwendig, insbesondere, wenn es um die Beurteilung zwischen Schaden und Nutzen einer Behandlung geht, was etwa durch das Hinzuziehen neutraler Experten sowohl aus der Medizin, des Rechts als auch aus dem Bereich der Ethik geschehen kann.


    Abseits von jedem Einzelfall lassen sich jedoch einige allgemeingültige Grenzen festlegen.


    Zum Ersten hat jede Behandlung ungeachtet aller Konsequenzen an dem Punkt zu enden, den eine entscheidungsfähige und zurechnungsfähige Person in voller Kenntnis der daraus sich ergebenen Folgen und nach reiflicher Überlegung im Besitz seiner Geisteskräfte in irgendeiner Art und Weise erkennbar macht oder gemacht hat, dass sie eine weitere Versorgung nicht wünscht. Die Abwägung, ob dieser Punkt erreicht ist, sofern der Patient sich nicht selbst dazu äußern kann, sollte der behandelnde Arzt treffen.


    Zum Zweiten ermutigt die Kirche jeden Menschen zu einem unbedingten Ja zum Leben. Jede medizinische Behandlung und jede Forschung hat sich vom Grundsatz der Heiligkeit des Lebens leiten zu lassen und wird durch diesen begrenzt. Menschliches Leben beginnt mit der Befruchtung der Eizelle und endet mit dem Absterben des Gehirns (Hirntod). Der Mensch hat das Recht auf ein Sterben in Würde. Die Kirche sieht es als ihre Aufgabe an, den Sterbeprozess seelsorglich zu begleiten. Damit der Mensch – egal wie krank er auch sei – zu einer gewissenhaften Bejahung seines Lebens befähigt ist, spricht sich die Kirche für eine moderne Schmerztherapie (Palliativmedizin) aus, um den Wunsch nach Selbsttötung oder Sterbehilfe gar nicht erst aufkommen zu lassen, der oft nur dem Wunsch nach dem Ende des Schmerzes folgt. Den Schmerz zu lindern liegt in der Hand des Menschen, doch lehnt die Kirche mit Nachdruck ab, dass ein Mensch einen anderen in welcher Form auch immer tötet.


    "Du sollst nicht töten" – 2. Moses 20,13



    Es überschreitet im Einzelfall nicht die Grenze, im Falle der Lebensgefahr für die Mutter eine Abtreibung durchzuführen, sofern dies aus medizinischer Sicht zwingend notwendig ist, das Leben der Mutter zu retten oder durch die Verabreichung eines Medikamentes zur Schmerzlinderung an einen unheilbar Kranken die Verkürzung der Überlebensdauer in Kauf zu nehmen. Eben so wenig ist das Unterlassen weiterer lebensverlängernder Maßnahmen auf Wunsch des Betroffenen oder seiner Angehörigen grundsätzlich abzulehnen. Ganz klar abzulehnen ist hingegen die Forschung oder Behandlung mit aus befruchteten Embryonen unter Tötung dieser gewonnenen Stammzellen.


    Zum Dritten hat jede Form der Behandlung dort zu enden, wo der Schaden moralisch nicht mehr zu vertreten ist, auch weil er in keinem Verhältnis zum Nutzen steht. Dies gilt sowohl für den dem Patienten entstehenden Schaden, als auch für den Dritten entstehenden Schaden. Insbesondere ist jede Form der Behandlung verwerflich, die dem Patienten keinen Nutzen wird bringen können.



    Die Organspende, entweder durch die Entnahme von Organen Verstorbener oder durch freiwillige Spende von Organen, deren Entnahme auch bei Lebenden möglich ist, unterstützt die Kirche ausdrücklich als einen Akt der Nächstenliebe und ruft alle Menschen auf, sich Gedanken zu machen, ob sie ihre Organe spenden möchten, denn Organspende rettet Leben und ist „Lebensspende“. Es ist gleichzeitig aber auch unabweisbare Verantwortung von Fachleuten, sichere Kriterien für den körperlichen Tod festzustellen, die unbedingt losgelöst sein müssen von einem Bedarf.


    Die Aufgabe von Medizin und Medizinforschung ist es, Menschen zu helfen, sie zu begleiten und zu betreuen, sei es nun bei der Gesundung oder auf dem Weg und bis zum Tod; die Aufgabe der Menschen ist es wiederum, klare Grenzen zu respektieren, die der Respekt vor den Menschen als Geschöpf Gottes erfordert und für ihre Einhaltung zu streiten.
    Die Kirche nimmt diese Aufgabe ernst, denn ein Überschreiten dieser Grenzen rettet kein Leben, sondern schädigt es.

    "Das Maß der Nächstenliebe ist nicht davon abhängig, ob sie dafür etwas zurückbekommt. Sie erwartet keine Reaktion. Weder Lob von anderen noch Gegenleistung."

    i12053brgpmf.png

    Seine Eminenz, Robert Kardinal Fischer

    Kardinalgroßinquisitor - Kardinalbischof von Nuesca / Titularerzbischof von Tigualu / Kardinaldekan emeritus - Erzbischof emeritus von Bergen und Metropolit emeritus von Bergen


  • Zitat

    Es überschreitet im Einzelfall nicht die Grenze, im Falle der Lebensgefahr für die Mutter eine Abtreibung durchzuführen, sofern dies aus medizinischer Sicht zwingend notwendig ist, das Leben der Mutter zu retten.


    Hier wird das Leben einer Sünderin wohl möglich dem unschuldigsten vorgezogen, das es gibt. Wir stellen das Recht eines Wehrlosen zurück. Das ist unchristlich.

  • Woher nehmen Sie die Annahme die Mutter sei Sündern? Bei der heiligen Mutter Maria hätte man das auch denken können, doch war sie gesegnet.

    Seine Eminenz

    Louis Kardinal de Renaldi

    Kardinaldekan

    Kardinal-Staatssekretär

    Kardinalbischof von Santa Julía

    Titularerzischof von Partoniu


    Connétable von Barnstorvia

    Herzog von Nivelles


    vormals:

    Primas von Mérolie

    Erzbischof von Orly

    Apostolischen Erzvikar von San Pedro del Valsanto

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  • Demnach auch das Neugeborene bzw. das Ungeborene. Sie widersprechen sich!

    Seine Eminenz

    Louis Kardinal de Renaldi

    Kardinaldekan

    Kardinal-Staatssekretär

    Kardinalbischof von Santa Julía

    Titularerzischof von Partoniu


    Connétable von Barnstorvia

    Herzog von Nivelles


    vormals:

    Primas von Mérolie

    Erzbischof von Orly

    Apostolischen Erzvikar von San Pedro del Valsanto

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