Karfreitagsmesse 2009

  • Tausende Gläubige haben sich an diesem Karfreitag im Petersdom versammelt. Sie alle wollen dem Kreuztode Jesus Christus gedenken. Seine Heiligkeit wird den Gottesdienst selbst begehen.


    Eine gespenstische Stille hat sich über die Gläubigen und den Dom gelegt. Obwohl sich so viele Gläubige versammelt haben, hört man keinen Laut. Dies liegt in der besonderen Art des Gottesdienstes begründet, der seinen Anfang mit einem schweigenden Einzug in den Dom hat.


    Seine Heiligkeit, Papst Innozenz V., führt die Prozession von Kardinalen, Bischöfen, Diakonen, Priester und Ministranten, die durch den Hauptgang des Doms auf den Altar zustreben an. Er ist in das päpstliche Messgewand gehüllt. Die Farbe rot, die liturgische Farbe des Karfreitags, ist überall zu sehen. Sie symbolisiert das im Martyrium vergossene Blut Jesu Christus.


    Die Prozession erreicht schließlich den Altar. Die Menge schaut gebannt zum Heiligen Vater, der sich, das Gesicht der Gemeinde zugewandt, wartet, dass alle ihre Plätze eingenommen haben. Schließlich nickt der Heilige Vater und kniet sich auf den Boden. Dann legt er sich ganz hin. Die ihm beistehenden Priester und Diakone tun es ihm gleich. Auch die Kardinäle, die dies schon von der letzten Karfreitgsmesse kennen, tun es ihm gleich. Eigentlich würden dies nur die Priester und Diakone stellvertretend für den Heiligen Vater tun. Sie begehen das Prostratio - das ausgestreckte Niederlegen einer Person auf den Boden während einer liturgischen Feier als Zeichen der Demut vor Gott. Dieses ist typisch für die Karfreitagsliturgie. Die anwesenden Gläubigen knien sich hin. Dann beginnt ein stilles Gebet, welches den Gottesdienst eröffnet.


    Nach einigen Minuten erheben sich der Heilige Vater und seine Ministranten wieder. Der Papst breitet seine Arme aus und spricht mit lauter, hallender Stimme:


    „Gedenke, Herr, der großen Taten,
    die dein Erbarmen gewirkt hat.
    Schütze und heilige deine Diener,
    für die dein Sohn Jesus Christus sein Blut vergossen
    und das österliche Geheimnis eingesetzt hat,
    der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. Amen.“


    Die vielen Gläubigen antworten mit einem lauten Amen.


    Der Papst blickt in die Gemeine, während die Ministranten vor ihm ein Buch aufschlagen und ihm ein Mikrofon bereitstellen. Der Papst blickt in das Buch und dann wieder in die Gesichter der Gemeinde. Es folgt die 1. Lesung des Gottesdienstes, aus dem Buch Jesaja – 52,13 bis 53,12.


    Seht, mein Knecht hat Erfolg, er wird groß sein und hoch erhaben.
    Viele haben sich über ihn entsetzt, so entstellt sah er aus, nicht mehr wie ein Mensch, seine Gestalt war nicht mehr die eines Menschen.
    Jetzt aber setzt er viele Völker in Staunen, Könige müssen vor ihm verstummen. Denn was man ihnen noch nie erzählt hat, das sehen sie nun; was sie niemals hörten, das erfahren sie jetzt.
    Wer hat unserer Kunde geglaubt? Der Arm des Herrn - wem wurde er offenbar?
    Vor seinen Augen wuchs er auf wie ein junger Spross, wie ein Wurzeltrieb aus trockenem Boden. Er hatte keine schöne und edle Gestalt, so dass wir ihn anschauen mochten. Er sah nicht so aus, dass wir Gefallen fanden an ihm.
    Er wurde verachtet und von den Menschen gemieden, ein Mann voller Schmerzen, mit Krankheit vertraut. Wie einer, vor dem man das Gesicht verhüllt, war er verachtet; wir schätzten ihn nicht.
    Aber er hat unsere Krankheit getragen und unsere Schmerzen auf sich geladen. Wir meinten, er sei von Gott geschlagen, von ihm getroffen und gebeugt.
    Doch er wurde durchbohrt wegen unserer Verbrechen, wegen unserer Sünden zermalmt. Zu unserem Heil lag die Strafe auf ihm, durch seine Wunden sind wir geheilt.
    Wir hatten uns alle verirrt wie Schafe, jeder ging für sich seinen Weg. Doch der Herr lud auf ihn die Schuld von uns allen.
    Er wurde misshandelt und niedergedrückt, aber er tat seinen Mund nicht auf. Wie ein Lamm, das man zum Schlachten führt, und wie ein Schaf angesichts seiner Scherer, so tat auch er seinen Mund nicht auf.
    Durch Haft und Gericht wurde er dahingerafft, doch wen kümmerte sein Geschick? Er wurde vom Land der Lebenden abgeschnitten und wegen der Verbrechen seines Volkes zu Tode getroffen.
    Bei den Ruchlosen gab man ihm sein Grab, bei den Verbrechern seine Ruhestätte, obwohl er kein Unrecht getan hat und kein trügerisches Wort in seinem Mund war.
    Doch der Herr fand Gefallen an seinem zerschlagenen (Knecht), er rettete den, der sein Leben als Sühneopfer hingab. Er wird Nachkommen sehen und lange leben. Der Plan des Herrn wird durch ihn gelingen.
    Nachdem er so vieles ertrug, erblickt er das Licht. Er sättigt sich an Erkenntnis. Mein Knecht, der gerechte, macht die vielen gerecht; er lädt ihre Schuld auf sich.
    Deshalb gebe ich ihm seinen Anteil unter den Großen, und mit den Mächtigen teilt er die Beute, weil er sein Leben dem Tod preisgab und sich unter die Verbrecher rechnen ließ. Denn er trug die Sünden von vielen und trat für die Schuldigen ein.


    Der Papst atmet tief durch, nickt den Ministranten zu, die das Buch zuklappen und wegbringen. Seine Heiligkeit setzt sich auf den Thronsessel des Papstes, welcher in der Nähe aufgestellt wurde. Nach Aufforderung durch einen der Priester beginnen die Gläubigen den Psalm 31 zu singen. Traditionell a-capella, da die Orgel nach dem Gloria der Gründonnerstagsmesse traditionell nicht mehr gespielt wird. Auch der Heilige Vater und seine Ministranten singen mit.


    Herr, auf dich traue ich,
    lass mich nimmermehr zuschanden werden,
    errette mich durch deine Gerechtigkeit!
    Neige deine Ohren zu mir, hilf mir eilends!
    Sei mir ein starker Fels und eine Burg, daß du mir helfest!
    Denn du bist mein Fels und meine Burg,
    und um deines Namens willen wollest du mich leiten und führen.
    Du wollest mich aus dem Netze ziehen, das sie mir heimlich stellten;
    denn du bist meine Stärke.
    In deine Hände befehle ich meinen Geist;
    du hast mich erlöst, Herr, du treuer Gott.
    Ich freue mich und bin fröhlich über deine Güte,
    daß du mein Elend ansiehst und nimmst dich meiner an in Not
    und übergibst mich nicht in die Hände des Feindes;
    du stellst meine Füße auf weiten Raum.
    Ich aber, Herr, hoffe auf dich und spreche: Du bist mein Gott!
    Meine Zeit steht in deinen Händen.
    Errette mich von der Hand meiner Feinde
    und von denen, die mich verfolgen.
    Laß leuchten dein Antlitz über deinem Knecht;
    hilf mir durch deine Güte!


    Die nächste Lesung führt der Kardinalpriester von St. Peter durch. Auch er ist in ein Messgewand gehüllt. Über seine Brille blickt er in das ihm aufgeschlagene Buch: Hebräer – 4,14-16 und 5, 7-9.


    Brüder!
    Da wir nun einen erhabenen Hohenpriester haben, der die Himmel durchschritten hat, Jesus, den Sohn Gottes, lasst uns an dem Bekenntnis festhalten.
    Wir haben ja nicht einen Hohenpriester, der nicht mitfühlen könnte mit unserer Schwäche, sondern einen, der in allem wie wir in Versuchung geführt worden ist, aber nicht gesündigt hat.
    Lasst uns also voll Zuversicht hingehen zum Thron der Gnade, damit wir Erbarmen und Gnade finden und so Hilfe erlangen zur rechten Zeit.
    Als er auf Erden lebte, hat er mit lautem Schreien und unter Tränen Gebete und Bitten vor den gebracht, der ihn aus dem Tod retten konnte, und er ist erhört und aus seiner Angst befreit worden.
    Obwohl er der Sohn war, hat er durch Leiden den Gehorsam gelernt;
    zur Vollendung gelangt, ist er für alle, die ihm gehorchen, der Urheber des ewigen Heils geworden.

    Der Kardinalpriester schließt seine Lesung und tritt wieder zu den anderen Kardinälen in die Reihen. Seine Heiligkeit, Innozenz V., erhebt sich von seinem Sessel und geht wieder nach vorne. Es folgt die Verkündigung des Leidensevangeliums Christi nach dem Evangelisten Johannes, die der Heilige Vater verlesen wird.


    Nach diesen Worten ging Jesus mit seinen Jüngern hinaus, auf die andere Seite des Baches Kidron. Dort war ein Garten; in den ging er mit seinen Jüngern hinein.
    Auch Judas, der Verräter, der ihn auslieferte, kannte den Ort, weil Jesus dort oft mit seinen Jüngern zusammengekommen war.
    Judas holte die Soldaten und die Gerichtsdiener der Hohenpriester und der Pharisäer und sie kamen dorthin mit Fackeln, Laternen und Waffen.
    Jesus, der alles wusste, was mit ihm geschehen sollte, ging hinaus und fragte sie: Wen sucht ihr?
    Sie antworteten ihm: Jesus von Nazaret. Er sagte zu ihnen: Ich bin es. Auch Judas, der Verräter, stand bei ihnen.
    Als er zu ihnen sagte: Ich bin es!, wichen sie zurück und stürzten zu Boden.
    Er fragte sie noch einmal: Wen sucht ihr? Sie sagten: Jesus von Nazaret.
    Jesus antwortete: Ich habe euch gesagt, dass ich es bin. Wenn ihr mich sucht, dann lasst diese gehen!
    So sollte sich das Wort erfüllen, das er gesagt hatte: Ich habe keinen von denen verloren, die du mir gegeben hast.
    Simon Petrus aber, der ein Schwert bei sich hatte, zog es, schlug nach dem Diener des Hohenpriesters und hieb ihm das rechte Ohr ab; der Diener hieß Malchus.
    Da sagte Jesus zu Petrus: Steck das Schwert in die Scheide! Der Kelch, den mir der Vater gegeben hat - soll ich ihn nicht trinken?
    Die Soldaten, ihre Befehlshaber und die Gerichtsdiener der Juden nahmen Jesus fest, fesselten ihn und führten ihn zuerst zu Hannas; er war nämlich der Schwiegervater des Kajaphas, der in jenem Jahr Hoherpriester war.
    Kajaphas aber war es, der den Juden den Rat gegeben hatte: Es ist besser, dass ein einziger Mensch für das Volk stirbt.
    Simon Petrus und ein anderer Jünger folgten Jesus. Dieser Jünger war mit dem Hohenpriester bekannt und ging mit Jesus in den Hof des hohepriesterlichen Palastes.
    Petrus aber blieb draußen am Tor stehen. Da kam der andere Jünger, der Bekannte des Hohenpriesters, heraus; er sprach mit der Pförtnerin und führte Petrus hinein.
    Da sagte die Pförtnerin zu Petrus: Bist du nicht auch einer von den Jüngern dieses Menschen? Er antwortete: Nein.
    Die Diener und die Knechte hatten sich ein Kohlenfeuer angezündet und standen dabei, um sich zu wärmen; denn es war kalt. Auch Petrus stand bei ihnen und wärmte sich.
    Der Hohepriester befragte Jesus über seine Jünger und über seine Lehre.
    Jesus antwortete ihm: Ich habe offen vor aller Welt gesprochen. Ich habe immer in der Synagoge und im Tempel gelehrt, wo alle Juden zusammenkommen. Nichts habe ich im Geheimen gesprochen.
    Warum fragst du mich? Frag doch die, die mich gehört haben, was ich zu ihnen gesagt habe; sie wissen, was ich geredet habe.
    Auf diese Antwort hin schlug einer von den Knechten, der dabeistand, Jesus ins Gesicht und sagte: Redest du so mit dem Hohenpriester?
    Jesus entgegnete ihm: Wenn es nicht recht war, was ich gesagt habe, dann weise es nach; wenn es aber recht war, warum schlägst du mich?
    Danach schickte ihn Hannas gefesselt zum Hohenpriester Kajaphas.
    Simon Petrus aber stand (am Feuer) und wärmte sich. Sie sagten zu ihm: Bist nicht auch du einer von seinen Jüngern? Er leugnete und sagte: Nein.
    Einer von den Dienern des Hohenpriesters, ein Verwandter dessen, dem Petrus das Ohr abgehauen hatte, sagte: Habe ich dich nicht im Garten bei ihm gesehen?
    Wieder leugnete Petrus und gleich darauf krähte ein Hahn.
    Von Kajaphas brachten sie Jesus zum Prätorium; es war früh am Morgen. Sie selbst gingen nicht in das Gebäude hinein, um nicht unrein zu werden, sondern das Paschalamm essen zu können.
    Deshalb kam Pilatus zu ihnen heraus und fragte: Welche Anklage erhebt ihr gegen diesen Menschen?
    Sie antworteten ihm: Wenn er kein Übeltäter wäre, hätten wir ihn dir nicht ausgeliefert.
    Pilatus sagte zu ihnen: Nehmt ihr ihn doch und richtet ihn nach eurem Gesetz! Die Juden antworteten ihm: Uns ist es nicht gestattet, jemand hinzurichten.
    So sollte sich das Wort Jesu erfüllen, mit dem er angedeutet hatte, auf welche Weise er sterben werde.
    Pilatus ging wieder in das Prätorium hinein, ließ Jesus rufen und fragte ihn: Bist du der König der Juden?
    Jesus antwortete: Sagst du das von dir aus, oder haben es dir andere über mich gesagt?
    Pilatus entgegnete: Bin ich denn ein Jude? Dein eigenes Volk und die Hohenpriester haben dich an mich ausgeliefert. Was hast du getan?
    Jesus antwortete: Mein Königtum ist nicht von dieser Welt. Wenn es von dieser Welt wäre, würden meine Leute kämpfen, damit ich den Juden nicht ausgeliefert würde. Aber mein Königtum ist nicht von hier.
    Pilatus sagte zu ihm: Also bist du doch ein König? Jesus antwortete: Du sagst es, ich bin ein König. Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, dass ich für die Wahrheit Zeugnis ablege. Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört auf meine Stimme.
    Pilatus sagte zu ihm: Was ist Wahrheit? Nachdem er das gesagt hatte, ging er wieder zu den Juden hinaus und sagte zu ihnen: Ich finde keinen Grund, ihn zu verurteilen.
    Ihr seid gewohnt, dass ich euch am Paschafest einen Gefangenen freilasse. Wollt ihr also, dass ich euch den König der Juden freilasse?
    Da schrien sie wieder: Nicht diesen, sondern Barabbas! Barabbas aber war ein Straßenräuber.


    Darauf ließ Pilatus Jesus geißeln.
    Die Soldaten flochten einen Kranz aus Dornen; den setzten sie ihm auf und legten ihm einen purpurroten Mantel um.
    Sie stellten sich vor ihn hin und sagten: Heil dir, König der Juden! Und sie schlugen ihm ins Gesicht.
    Pilatus ging wieder hinaus und sagte zu ihnen: Seht, ich bringe ihn zu euch heraus; ihr sollt wissen, dass ich keinen Grund finde, ihn zu verurteilen.
    Jesus kam heraus; er trug die Dornenkrone und den purpurroten Mantel. Pilatus sagte zu ihnen: Seht, da ist der Mensch!
    Als die Hohenpriester und ihre Diener ihn sahen, schrien sie: Ans Kreuz mit ihm, ans Kreuz mit ihm! Pilatus sagte zu ihnen: Nehmt ihr ihn und kreuzigt ihn! Denn ich finde keinen Grund, ihn zu verurteilen.
    Die Juden entgegneten ihm: Wir haben ein Gesetz, und nach diesem Gesetz muss er sterben, weil er sich als Sohn Gottes ausgegeben hat.
    Als Pilatus das hörte, wurde er noch ängstlicher.
    Er ging wieder in das Prätorium hinein und fragte Jesus: Woher stammst du? Jesus aber gab ihm keine Antwort.
    Da sagte Pilatus zu ihm: Du sprichst nicht mit mir? Weißt du nicht, dass ich Macht habe, dich freizulassen, und Macht, dich zu kreuzigen?
    Jesus antwortete: Du hättest keine Macht über mich, wenn es dir nicht von oben gegeben wäre; darum liegt größere Schuld bei dem, der mich dir ausgeliefert hat.
    Daraufhin wollte Pilatus ihn freilassen, aber die Juden schrien: Wenn du ihn freilässt, bist du kein Freund des Kaisers; jeder, der sich als König ausgibt, lehnt sich gegen den Kaiser auf.
    Auf diese Worte hin ließ Pilatus Jesus herausführen und er setzte sich auf den Richterstuhl an dem Platz, der Lithostrotos, auf Hebräisch Gabbata, heißt.
    Es war am Rüsttag des Paschafestes, ungefähr um die sechste Stunde. Pilatus sagte zu den Juden: Da ist euer König!
    Sie aber schrien: Weg mit ihm, kreuzige ihn! Pilatus aber sagte zu ihnen: Euren König soll ich kreuzigen? Die Hohenpriester antworteten: Wir haben keinen König außer dem Kaiser.
    Da lieferte er ihnen Jesus aus, damit er gekreuzigt würde. Sie übernahmen Jesus.
    Er trug sein Kreuz und ging hinaus zur sogenannten Schädelhöhe, die auf Hebräisch Golgota heißt.
    Dort kreuzigten sie ihn und mit ihm zwei andere, auf jeder Seite einen, in der Mitte Jesus.
    Pilatus ließ auch ein Schild anfertigen und oben am Kreuz befestigen; die Inschrift lautete: Jesus von Nazaret, der König der Juden.
    Dieses Schild lasen viele Juden, weil der Platz, wo Jesus gekreuzigt wurde, nahe bei der Stadt lag. Die Inschrift war hebräisch, lateinisch und griechisch abgefasst.
    Die Hohenpriester der Juden sagten zu Pilatus: Schreib nicht: Der König der Juden, sondern dass er gesagt hat: Ich bin der König der Juden.
    Pilatus antwortete: Was ich geschrieben habe, habe ich geschrieben.
    Nachdem die Soldaten Jesus ans Kreuz geschlagen hatten, nahmen sie seine Kleider und machten vier Teile daraus, für jeden Soldaten einen. Sie nahmen auch sein Untergewand, das von oben her ganz durchgewebt und ohne Naht war.
    Sie sagten zueinander: Wir wollen es nicht zerteilen, sondern darum losen, wem es gehören soll. So sollte sich das Schriftwort erfüllen: Sie verteilten meine Kleider unter sich und warfen das Los um mein Gewand. Dies führten die Soldaten aus.
    Bei dem Kreuz Jesu standen seine Mutter und die Schwester seiner Mutter, Maria, die Frau des Klopas, und Maria von Magdala.
    Als Jesus seine Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er liebte, sagte er zu seiner Mutter: Frau, siehe, dein Sohn!
    Dann sagte er zu dem Jünger: Siehe, deine Mutter! Und von jener Stunde an nahm sie der Jünger zu sich.
    Danach, als Jesus wusste, dass nun alles vollbracht war, sagte er, damit sich die Schrift erfüllte: Mich dürstet.
    Ein Gefäß mit Essig stand da. Sie steckten einen Schwamm mit Essig auf einen Ysopzweig und hielten ihn an seinen Mund.
    Als Jesus von dem Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht! Und er neigte das Haupt und gab seinen Geist auf.
    Weil Rüsttag war und die Körper während des Sabbats nicht am Kreuz bleiben sollten, baten die Juden Pilatus, man möge den Gekreuzigten die Beine zerschlagen und ihre Leichen dann abnehmen; denn dieser Sabbat war ein großer Feiertag.
    Also kamen die Soldaten und zerschlugen dem ersten die Beine, dann dem andern, der mit ihm gekreuzigt worden war.
    Als sie aber zu Jesus kamen und sahen, dass er schon tot war, zerschlugen sie ihm die Beine nicht,
    sondern einer der Soldaten stieß mit der Lanze in seine Seite, und sogleich floß Blut und Wasser heraus.
    Und der, der es gesehen hat, hat es bezeugt, und sein Zeugnis ist wahr. Und er weiß, dass er Wahres berichtet, damit auch ihr glaubt.
    Denn das ist geschehen, damit sich das Schriftwort erfüllte: Man soll an ihm kein Gebein zerbrechen.
    Und ein anderes Schriftwort sagt: Sie werden auf den blicken, den sie durchbohrt haben.
    Josef aus Arimathäa war ein Jünger Jesu, aber aus Furcht vor den Juden nur heimlich. Er bat Pilatus, den Leichnam Jesu abnehmen zu dürfen, und Pilatus erlaubte es. Also kam er und nahm den Leichnam ab.
    Es kam auch Nikodemus, der früher einmal Jesus bei Nacht aufgesucht hatte. Er brachte eine Mischung aus Myrrhe und Aloe, etwa hundert Pfund.
    Sie nahmen den Leichnam Jesu und umwickelten ihn mit Leinenbinden, zusammen mit den wohlriechenden Salben, wie es beim jüdischen Begräbnis Sitte ist.
    An dem Ort, wo man ihn gekreuzigt hatte, war ein Garten, und in dem Garten war ein neues Grab, in dem noch niemand bestattet worden war.
    Wegen des Rüsttages der Juden und weil das Grab in der Nähe lag, setzten sie Jesus dort bei.


    Nachdem der Heilige Vater geendet hat, sieht er sichtlich erschöpft aus. Und doch funkeln seine Augen voller Zufriedenheit. Es folgt eine kurze Predigt des Kardinalspriester, in der er noch einmal über Jesus, seinen Leidensweg und dessen Bedeutung spricht. Dann beginnt der Vortrag der Großen Fürbitten. Seine Heiligkeit beginnt mit der Fürbitte für die Kirche. Dann folgt der Kardinalspriester von St. Peter mit der Fürbitte für den Papst. Dann folgen weitere hohe Würdenträger der Kirche mit den Fürbitten für Alle Stände der Kirche, für die Katechumenen, für die Einheit der Christen, für die Juden, für alle die nicht an Christus glauben, für alle die nicht an Gott glauben, für die Regierenden und für alle notleidenden Menschen. Der Vortragende spricht die Gebetsaufforderung, in der das Anliegen zum Ausdruck kommt. Dann beugen alle das Knie und verharren alle eine Weile in stillem Gebet. Danach erheben sich alle und der Vortragende spricht die Oration. Seine Heiligkeit beginnt:


    Lasst uns beten, Brüder und Schwestern, für die heilige Kirche Gottes, dass unser Gott und Herr ihr Frieden schenke auf der ganzen Erde, sie eine und behüte und uns ein Leben gewähre in Ruhe und Sicherheit zum Lob seines Namens.


    Papst und Gemeinde beugen das Knie und verharren einen Moment in Stille. Dann erhebt man sich.


    Allmächtiger, ewiger Gott,
    du hast in Christus
    allen Völkern deine Herrlichkeit geoffenbart.
    Behüte, was du in deinem Erbarmen geschaffen hast,
    damit deine Kirche auf der ganzen Erde
    in festem Glauben verharre.
    Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.


    Für die restlichen Fürbitten treten nun nach und nach die anderen Würdenträger neben Seine Heiligkeit. Zunächst wieder der Kardinalpriester von St. Peter.


    Lasst uns auch beten für unsern Papst Innozenz V.: Der allmächtige Gott, der ihn zum Bischofsamt erwählt hat, erhalte ihn seiner Kirche und gebe ihm Kraft, das heilige Volk Gottes zu leiten.


    Wieder beugt man das Knie und verharrt einen Moment in Stille. Dann erhebt man sich.


    Allmächtiger, ewiger Gott,
    du Hirte deines Volkes,
    in deiner Weisheit ist alles begründet.
    Höre auf unser Gebet
    und bewahre in deiner Güte unseren Papst Innozenz V.
    Leite durch ihn deine Kirche und gib,
    dass sie wachse im Glauben und in der Liebe.
    Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.


    Anschließend werden alle weiteren Fürbitten vorgetragen.


    Seine Heiligkeit ruft danach zur Kreuzverehrung auf. Während ein schlichtes Holzkreuz durch den Mittelgang von St. Peter getragen wird, ruft Seine Heiligkeit die Gläubigen dreimal zur Verehrung auf:


    „Ecce lignum crucis, in quo salus mundi pependit. Venite adoremus!“ („Seht das Holz des Kreuzes, an dem das Heil der Welt gehangen. Kommt, lasset uns anbeten!“)


    Danach treten alle Mitfeiernden in einer Art Prozession zum Kreuz und verehren es durch die klassischen Zeichen der anbetenden Kniebeuge und des Kusses. Der Kreuzverehrung folgt eine schlichte Kommunionsfeier, die ebenfalls durch Seine Heiligkeit zelebriert wird. Sie beginnt mit dem Vaterunser.


    Pater noster, qui es in caelis:
    sanctificetur Nomen Tuum;
    adveniat Regnum Tuum;
    fiat voluntas Tua,
    sicut in caelo, et in terra.
    Panem nostrum cotidianum da nobis hodie;
    et dimitte nobis debita nostra,
    Sicut et nos dimittimus debitoribus nostris;
    et ne nos inducas in tentationem;
    sed libera nos a Malo.


    Danach wird die Karfreitagskommunion erteilt. Mit einem kurzen Segen des Heiligen Vaters endet die Karfreitagsmesse.

  • Amen

    Son Éminence

    Louis Cardinal de Renaldi

    Le cardinal secrétaire d'Etat

    Le cardinal évêque de Santa Julía

    Le Archevêque titulaire de Partoniu


    Connétable de Barnstorvia et Duc de Nivelles


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    vormals:

    Kardinaldekan, Primas von Mérolie & Erzbischof von Orly

    Apostolischen Erzvikar von San Pedro del Valsanto