Angelusgebet - 02.03.2016

  • [sim]Der Heilige Vater erscheint am Fenster. Freundlich lächelt er der Menge auf dem Petersplatz zu. Er winkt den Gläubigen beschwingt zu.[/sim]


    Papst: Der Engel des Herrn brachte Maria die Botschaft, und sie empfing vom Heiligen Geist.
    Alle: Gegrüßet seist du, Maria, ...
    Papst: Maria sprach: Siehe, ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe nach deinem Wort.
    Alle: Gegrüßet seist du, Maria, ...
    Papst: Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt.
    Alle: Gegrüßet seist du, Maria, ...
    Papst: Bitte für uns, heilige Gottesmutter, dass wir würdig werden der Verheißungen Christi. Lasset uns beten. Allmächtiger Gott, gieße deine Gnade in unsere Herzen ein. Durch die Botschaft des Engels haben wir die Menschwerdung Christi, deines Sohnes, erkannt. Führe uns durch sein Leiden und Kreuz zur Herrlichkeit der Auferstehung. Darum bitten wir durch Christus, unsern Herrn.
    Alle: Amen.


    [sim]Anschließend faltet der Papst die Hände. Ein Priester tauscht das Gebetsbuch gegen ein Manuskript aus.[/sim]


    Liebe Brüdern und Schwestern,


    heuer sehen Wir uns mit Vorwürfen konfrontiert, Wir wollen die heilige Kirche unseres Herren in die „Arme von Liberalen, Reformern und Modernisierern“ führen. Es sei Unser Bestreben, die traditionellen, konservativen Werte der Kirche zu verraten und sie auszuhöhlen. Eine neue Bruderschaft konservativer Priester befürchtet eine Abkehr von alten Werten.


    Doch was sind diese alten Werte? Die traditionellen Werte, von denen man abweichen könnte? Was bedeuten Konservatismus und Tradition für einen zweitausend Jahre alten Glauben?


    Brüder und Schwestern, die Kirche unsere Herren beruht auf einfachen Grundprinzipien: Der Barmherzigkeit und der uneingeschränkten Liebe zu Gott. Gottes Liebe gilt uns allen. Er schenkt uns Seine Liebe und ist barmherzig mit jedem von uns, der sich bereit erklärt, fest im Glauben zu sein und ebenso barmherzig und gütig zu sein wie Er.
    Keine Kategorie von Menschen ist davon ausgeschlossen, den Weg der Umkehr zu gehen und das Heil zu erlangen. Gott schließt niemanden aus. Er ist im Gegenteil begierig danach, seine Barmherzigkeit zu geben und jeden in die zärtliche Umarmung der Versöhnung und der Vergebung aufzunehmen.
    Wir müssen die Richtung unseres Marsches ändern und den Weg der Gerechtigkeit, der Solidarität und der Schlichtheit einschlagen; der unabdingbaren Werte einer ganz menschlichen und authentisch christlichen Existenz. Der Christ ist ein freudiger Menschen, und seine Freude ist nicht oberflächlich und vergänglich, sondern tief und stabil, weil sie eine Gabe des Herrn ist.


    Die Kirche ist eine große geistliche Familie und die Familie eine Kirche im Kleinen. Unsere christlichen Gemeinden begleiten die Menschen durch die Jahrhunderte hindurch und schrieben sie so direkt dem Herzen Gottes ein. Darin liegt auch die Bedeutung des Wortes „Kirche“. Christus formte die Kirche als einladende Gemeinschaft, die für alle Menschen offen sei, ohne Ansehen der Person. Die Gemeinschaft Jesu hat in den Evangelien die Gestalt einer gastfreundlichen Familie, nicht etwa einer exklusiven Sekte: Hier finden wir Petrus und Johannes, aber auch den Hungrigen und Durstigen, den Fremden und den Verfolgten, die Sünderin, die Pharisäer und die Verrückten. Jesus hört nicht auf, alle aufzunehmen und mit allen zu sprechen, auch mit jenen, die nicht mehr darauf hoffen, Gott zu treffen. Dies ist eine wichtige Lehre für die Kirche! Die Jünger selbst sind auserwählt, für diese Gemeinschaft Sorge zu tragen, für diese Familie aus Gästen Gottes.“


    In Unserer Sozialenzyklika haben Wir diese Themen und viele andere ausführlich behandelt. Wir haben dargelegt, dass Gottes Liebe allen gilt und das die Kirche die Liebe Gottes in die Welt trägt. Niemand ist auszuschließen, der sein Heil im Glauben zu Jesus Christus und Gott sucht. Gott schließt niemanden aus.


    Liebe, Barmherzigkeit, Offenheit und die Sorge um die Nöte der Menschheit – das sind die Werte und Traditionen dieser alten Institution, die ein jeder Priester und Bischof wahren muss. Die gegenüber den Mitbrüdern im Bischofs- und Priesteramt gegebenen Versprechen und die Eide, die gegenüber Uns, dem Stellvertreter Christi auf Erden, gegeben wurden, verpflichten einen jeden von uns, diese Werte und Traditionen unter dem Schirm der von Uns vorgegebenen Richtung Unserer Kirche zu wahren und gemeinsam zu leben. In der Gemeinschaft unserer Kirche mit den Gläubigen dieser Welt.


    Denn: Gott schließt niemanden aus.


    [sim]Der Priester reicht dem Papst nun erneut das Gebetsbuch. Dieser breitet die Hände über den Gläubigen aus.[/sim]


    Papst: Der Herr sei mit Euch.
    Alle: Und mit Deinem Geiste.
    Papst: Der Name des Herrn sei gepriesen.
    Alle: Von nun an bis in Ewigkeit.
    Papst: Unsere Hilfe ist im Namen des Herrn.
    Alle: Der Himmel und Erde erschaffen hat.
    Papst: Es segne euch der allmächtige Gott, der Vater, und der Sohn, und der Heilige Geist.
    Alle: Amen.


    [sim]Er zeichnet das Kreuz über die Gläubigen und zieht sich dann wieder in sein Arbeitszimmer zurück.[/sim]

  • Amen.

    Seine Eminenz, Robert Kardinal Fischer
    Kardinalgroßinquisitor - Kardinalbischof
    Titularerzbischof von Tigualu

    Kardinaldekan emeritus - Erzbischof emeritus von Bergen und Metropolit emeritus von Bergen