Bischofsweihe von Ottavio Rizzo

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    Valsanto, San Pedro
    Sonntag, der 28. Dezember im Jahre des Herren 2014


    Büro Seiner Heiligkeit, Papst Simon II.


    Bischofsweihe in der Basílica San Pedro


    Verehrte Brüder und Schwestern im Glauben,


    am morgigen Montag, dem 29. Dezember 2014, wird Seine Heiligkeit Simon II. in der Basílica San Pedro dem Priester


    Ottavio Rizzo aus Valsanto


    die heilige Bischofsweihe spenden. Mitkonsekratoren werden der Kardinal-Großinquisitor Robert Fischer und der Kardinalkämmerer Raúl S. Lee sein.


    Gelobt sei Jesus Christus!


    Im Auftrag Seiner Heiligkeit

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  • [sim]Die Glocken des Petersdoms läuten und kündigen den Beginn der Heiligen Messe an. Am Ende der Basilika ertönt ein lauter Gong, und die ganze anwesende Gemeinde erhebt sich. Als die Orgel zu spielen beginnt, öffnet sich das Portal der Basilika.


    Weihrauchträger führen den Einzug an, direkt dahinter folgt ein großes Vortragekreuz. Einige Diakone und viele Priester, darunter der Bischofskandidat Ottavio Rizzo, folgen. Schließlich kommen die Bischöfe in die Kirche, angeführt von vielen Gästen, die insbesondere dem Bischofskandidaten verbunden sind. Vor der Kirche haben sich aber auch jene versammelt, die dem Kandidaten aufgrund seiner Vergangenheit kritisch gegenüberstehen.[/sim]

  • [sim]Am Schluss der Prozession kommt auch der Papst in den Petersdom. In der einen Hand hält er seinen Bischofsstab, die dem Papst vorbehaltene Ferula, mit der anderen Hand segnet er die Gemeinde. An seiner Seite gehen die Kardinäle Fischer und Lee. Vor dem Altar angekommen, macht er eine Kniebeuge, geht zum Altar und küsst ihn. Als auch alle anderen Priester und Bischöfe zu ihren Plätzen gegangen sind, hebt er die Hände.[/sim]


    Papst: Im Namen des Vaters, und des Sohnes, und des Heiligen Geistes.
    Gemeinde: Amen.
    Papst: Der Friede sei mit euch.
    Gemeinde: Und mit deinem Geiste.
    Papst: Bevor wir das Gedächtnis des Herrn begehen und in dieser Heiligen Messe dem Priester Gottes, Ottavio Rizzo, das Sakrament der Bischofsweihe erteilen, wollen wir uns besinnen und bekennen, dass wir sündige Menschen sind.
    Gemeinde: Ich bekenne Gott, dem Allmächtigen, und allen Brüdern und Schwestern, dass ich Gutes unterlassen und Böses getan habe — ich habe gesündigt in Gedanken, Worten und Werken — durch meine Schuld, durch meine Schuld, durch meine große Schuld. Darum bitte ich die selige Jungfrau Maria, alle Engel und Heiligen und euch, Brüder und Schwestern, für mich zu beten bei Gott, unserem Herrn.
    Papst: Der allmächtige Gott erbarme sich unser. Er lasse uns die Sünden nach und führe uns zum ewigen Leben.
    Gemeinde: Amen.


    [sim]Anschließend werden zwei Lieder gesungen. Danach hebt der Papst wieder die Hände.[/sim]


    Papst: Herr, unser Gott, dein Sohn hat sich aus Liebe zur Welt dem Tod überliefert. Lass uns in seiner Liebe bleiben und mit deiner Gnade aus ihr leben. Darum bitten wir durch Jesus Christus.
    Gemeinde: Amen.


    [sim]Nun setzt sich der Heilige Vater, und die Gemeinde tut es ihm gleich.[/sim]

  • [sim]Ein Lektor tritt aus der Gemeinde nach vorne an das Ambo. Er liest die Lesung aus dem Buch Jesus Sirach. Dort heißt es, man solle bei all seinem Tun bescheiden bleiben, denn groß sei die Macht Gottes und von den Demütigen wird er verherrlicht. Für die Wunden des Übermütigen, gäbe es keine Heiliung. Anschließend wird das Halleluja-Lied gesungen und die Gemeinde erhebt sich wieder. Ein Priester trägt das Evangeliar vom Altar zum Ambo.[/sim]


    Priester: Der Herr sei mit Euch.
    Gemeinde: Und mit deinem Geiste.
    Priester: Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas.
    Gemeinde: Ehre sei dir, o Herr.
    Priester: Als Jesus an einem Sabbat in das Haus eines führenden Pharisäers zum Essen kam, beobachtete man ihn genau. Als er bemerkte, wie sich die Gäste die Ehrenplätze aussuchten, nahm er das zum Anlass, ihnen eine Lehre zu erteilen. Er sagte zu ihnen: Wenn du zu einer Hochzeit eingeladen bist, such dir nicht den Ehrenplatz aus. Denn es könnte ein anderer eingeladen sein, der vornehmer ist als du, und dann würde der Gastgeber, der dich und ihn eingeladen hat, kommen und zu dir sagen: Mach diesem hier Platz! Du aber wärst beschämt und müsstest den untersten Platz einnehmen. Wenn du also eingeladen bist, setz dich lieber, wenn du hinkommst, auf den untersten Platz; dann wird der Gastgeber zu dir kommen und sagen: Mein Freund, rück weiter hinauf! Das wird für dich eine Ehre sein vor allen anderen Gästen. Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden. Dann sagte er zu dem Gastgeber: Wenn du mittags oder abends ein Essen gibst, so lade nicht deine Freunde oder deine Brüder, deine Verwandten oder reiche Nachbarn ein; sonst laden auch sie dich ein, und damit ist dir wieder alles vergolten. Nein, wenn du ein Essen gibst, dann lade Arme, Krüppel, Lahme und Blinde ein. Du wirst selig sein, denn sie können es dir nicht vergelten; es wird dir vergolten werden bei der Auferstehung der Gerechten.
    Evangelium unseres Herrn, Jesus Christus.
    Gemeinde: Lob sei dir, Christus.


    [sim]Der Priester küsst das Evangeliar, klappt es dann zu und trägt es zurück zum Altar.[/sim]

  • [sim]Während sich die Gemeinde setzt, bleibt der Heilige Vater stehen und tritt an das Ambo.[/sim]


    Liebe Brüder und Schwestern!


    Wie muss ein Mensch sein, dem die Hände zur Bischofsweihe in der Kirche Jesu Christi aufgelegt werden? Wir können sagen: Er muss vor allem ein Mensch sein, dem es um Gott geht, denn nur dann geht es ihm auch wirklich um die Menschen. Wir könnten auch umgekehrt sagen: Ein Bischof muss ein Mensch sein, dem die Menschen am Herzen liegen, den das Geschick der Menschen bewegt. Er muss ein Mensch für die anderen sein. Aber das kann er nur dann wirklich, wenn er ein von Gott ergriffener Mensch ist. Wenn ihm die Unruhe zu Gott zur Unruhe für sein Geschöpf Mensch geworden ist. Wie die Weisen aus dem Morgenland, so darf auch ein Bischof nicht jemand sein, der bloß seinen Job ausübt und es dabei bewenden lässt. Nein, er muss von der Unruhe Gottes für die Menschen ergriffen sein. Er muss gleichsam mit Gott mitdenken und mitfühlen. Nicht nur dem Menschen ist die Unruhe für Gott eingeschaffen, sondern diese Unruhe ist Mitbeteiligung an der Unruhe Gottes für uns. Weil Gott nach uns unruhig ist, darum geht er uns nach bis in die Krippe, bis an das Kreuz. „Von der Suche nach mir bist du müde am Brunnen gesessen, hast zu meiner Erlösung das Kreuz erlitten. Lass diese Mühsal nicht umsonst gewesen sein", betet die Kirche im Dies Irae. Die Unruhe des Menschen nach Gott und von ihr her die Unruhe Gottes nach dem Menschen muss den Bischof umtreiben. Das ist gemeint, wenn wir sagen, dass der Bischof vor allem ein Mensch des Glaubens sein muss. Denn Glaube ist nichts anderes als das innere Berührt sein von Gott, das uns auf den Weg des Lebens führt. Glaube zieht uns in das Ergriffensein von Gottes Unruhe hinein und macht uns zu Pilgern, die innerlich unterwegs sind zum wahren König der Welt und zu seiner Verheißung der Gerechtigkeit, der Wahrheit, der Liebe. Der Bischof muss in dieser Pilgerschaft vorausgehen, den Menschen Wegweiser zu Glaube, Hoffnung und Liebe hin sein.


    Die innere Pilgerschaft des Glaubens zu Gott hin vollzieht sich vor allem im Gebet. Der heilige Augustinus hat einmal gesagt, das Gebet sei letztlich nichts anderes als Aktualisierung und Radikalisierung unserer Sehnsucht nach Gott. Wir könnten statt des Wortes „Sehnsucht" auch das Wort „Unruhe" einsetzen und sagen, dass das Gebet uns aus unseren falschen Bequemlichkeit, aus unserer Verschlossenheit ins Materielle und Sichtbare herausreißen und uns die Unruhe zu Gott hin vermitteln will; uns so gerade auch offen und unruhig füreinander macht. Der Bischof muss als Pilger Gottes vor allem ein betender Mensch sein. Er muss im steten inneren Kontakt mit Gott leben, seine Seele muss weit auf Gott hin offenstehen. Er muss seine Nöte und die der anderen, auch seine Freuden und die der anderen, zu Gott hintragen und so auf seine Weise den Kontakt zwischen Gott und der Welt in der Gemeinschaft mit Christus herstellen, damit sein Licht in die Welt herein leuchtet.


    Die Demut des Glaubens, des Mitglaubens mit dem Glauben der Kirche aller Zeiten wird immer wieder in Konflikt geraten mit der herrschenden Klugheit derer, die sich ans scheinbar Sichere halten. Wer den Glauben der Kirche lebt und verkündet, steht in vielen Punkten quer zu den herrschenden Meinungen gerade auch in unserer Zeit. Der heute weithin bestimmende Agnostizismus hat seine Dogmen und ist höchst intolerant gegenüber all dem, was ihn und seine Maßstäbe in Frage stellt. Deshalb ist der Mut zum Widerspruch gegen die herrschenden Orientierungen für einen Bischof heute besonders vordringlich. Er muss tapfer sein. Und Tapferkeit besteht nicht im Dreinschlagen, in der Aggressivität, sondern im Sich-schlagen-Lassen und im Standhalten gegenüber den Maßstäben der herrschenden Meinungen. Der Mut des Stehenbleibens bei der Wahrheit ist unausweichlich von denen gefordert, die der Herr wie Schafe unter die Wölfe schickt. „Wer Gott fürchtet, zittert nicht", sagt das Buch Jesus Sirach(34, 16). Gottesfurcht befreit von der Menschenfurcht. Sie macht frei.



    [sim]Dann geht der Heilige Vater zurück und setzt sich.[/sim]

  • [sim]Eine Gruppe unterschiedlichster Menschen, Männer und Frauen, klein und groß, jung und alt, Menschen, die Ottavio in seiner letzten Aufgabe als Priester der Diözese des Bischofs von Valsanto betraute, treten nach vorn. Ein Mann mittleren Alters, schlicht gekleidet, seinen Hut in den Händen vor Nervosität knetend, spricht für die Gruppe. Er adressiert den Heiligen Vater.[/sim]


    Priester: Eure Heiligkeit, wir, als Brüder und Schwestern in Christus und als Gläubige des Herren, bitte ich Euch, den Priester Ottavio Rizzo für den Dienst als Bischof zu weihen.


    [sim]Die Gruppe kehrt auf ihren Platz neben dem Bischofskandidaten zurück.[/sim]

  • [sim]Papst Simon erhebt sich und wendet sich an den Bischofskandidaten.[/sim]


    Mein lieber Ottavio, du bist von Gott auserwählt worden. Bedenke, dass das Bischofsamt kein Ehrentitel, sondern eine Lebensaufgabe ist. Jeder Bischof strebt also danach zu dienen, und nicht zu herrschen. Das ist der Richtspruch des Herrn: Der Größte verhalte sich wie der Schwächste, und der Anführer als wäre er einer der Diener. Verkünde die frohe Botschaft, ob sie willkommen ist oder nicht. Korrigiere Irrtümer mit unermüdlicher Geduld und Lehre. Bete und halte das Opfer für alle Menschen, die deiner Obhut anvertraut sind, und erbitte für sie jede Form der göttlichen Gnade.


    Sei als Verwalter der Mysterien Christi in der dir anvertrauten Kirche gewissenhafter Aufseher und Wächter. Da du von Gott auserwählt bist, seine Familie zu hüten, behalte den guten Schäfer in deinem Herzen, der seine Schafe kennt und von ihnen gekannt wird und sein Leben für sie gibt.


    Als Vater und als Bruder solltst du alle lieben, die Gott deiner Fürsorge anvertraut. Liebe die Priester und Diakone, die mit dir den Dienst in der Kirche teilen. Liebe die Armen und Schwachen, die Fremden und die Heimatlosen. Ermutige die Gläubigen, mit dir deinen apostolischen Auftrag zu erfüllen. Lass niemals deine Sorge um diejenigen vernachlässigen, die noch nicht zur Herde des Herrn gehören, auch sie haben Anteil an der Liebe Gottes. Vergesse nicht, dass du in der katholischen Kirche Teil des Kollegiums der Bischöfe bist, und habe daher Anteil und leistee Unterstützung für alle Kirchen.


    Gebe Acht auf die ganze Herde, im Namen des Vaters, dessen Bild du in der Kirche personifizierst, und im Namen seines Sohnes, Jesus Christus, dessen Rollen als Lehrer, Priester und Schäfer du übernimmst, und im Namen des Heiligen Geistes, der der Kirche Christi Leben schenkt und unsere Schwächen mit seiner Stärke unterstützt.


    Und viel wichtiger noch: Liebe jene, die dich, aufgrund deiner eigenen Vergangenheit nicht lieben. Diesen die Liebe und Nächstenliebe Gottes wieder ins Herz zu tragen, wird auch deine vordringlichste Aufgabe sein. Hole die Verirrten zurück in den Schoß unserer Mutter Kirche und zeige ihnen durch deine Person und dein Amt, dass Gottes Liebe offen für jeden ist.

  • [sim]Nun beginnt die Orgel zu spielen und die Gemeinde singt den Hymnus Veni, Creator Spiritus. Derweil werden drei hölzerne Stühle vor dem Altar aufgestellt. Papst Simon nimmt auf dem mittleren Platz, zu seinen Seiten setzen sich Kardinal Fischer und Kardinal Lee. Alle anderen anwesenden Bischöfe versammeln sich stehend hinter den drei Stühlen. Den drei sitzenden Bischöfen werden die Mitren aufgesetzt, der Bischofskandidat steht vor den drei Stühlen. Als der Hymnus zuende ist, wird Kardinal Fischer das Mikrofon und das Zeremoniar gehalten.[/sim]

  • [sim]Wie oft schon, fragte er sich in diesem Moment, hatte er die Ehre gehabt, diese Aufgabe zu erfüllen, wie oft hatte er einen Priester in das Kollegium der Bischöfe begleitet? - Alltäglich wurde eine Weihe trotzdem nicht und gerade heute war etwas besonderes. Er musste zurückdenken an den Ottavio, der vor mehr als einem Jahr vor ihm gestanden hatte und kein Vergleich zu dem Mann war, dem er jetzt das Gelübde abnehmen würde. Das es soweit kam, hätte er nie für möglich gehalten und es machte ihn zuversichtlich für die Kirche. Mit fester Stimme wandte er sich an Ottavio[/sim]


    Mein Bruder, bist du bereit im Bischofsamt der einen allgemeinen apostolischen katholischen Kirche bis zu deinem Tode zu dienen?


    Bist du bereit das Evangelium treu und unermüdlich zu verkünden?


    Bist du bereit das von den Aposteln überlieferte Glaubensgut der Kirche rein und unverkürzt weiterzugeben?


    Bist du bereit für die Einheit mit dem Bischofskollegium?


    Bist du bereit für den Gehorsam gegenüber dem Papst?


    Bist du bereit zusammen mit den Priestern und Diakonen für das Volk Gottes wie ein guter Vater zu sorgen?


    Bist du bereit den Armen, Heimatlosen und Notleidenden zu helfen?


    Bist du bereit den Verirrten als guter Hirte nachzugehen und sie zur Herde Christi zurückzuführen?


    Bist bereit für das Heil des Volkes Gottes zu beten und das hohepriesterliche Amt auszuüben?

    Seine Eminenz, Robert Kardinal Fischer
    Kardinalgroßinquisitor - Kardinalbischof
    Titularerzbischof von Tigualu

    Kardinaldekan emeritus - Erzbischof emeritus von Bergen und Metropolit emeritus von Bergen

  • So vollende der Herr selbst das gute Werk, das er in dir begonnen hat.


    [sim]hält kurz inne, wendet sich dann an die Gemeinde[/sim]


    Liebe Schwestern und Brüder,
    so lasset uns beten, dass der allmächtige, gütige Gott seine Gnade über diesen Mann ausgießen wird, den er zur Leitung in der Kirche bestimmt hat.


    [sim=Diakon]Lasst uns knien.[/sim]
    [sim=Gemeinde]Während die Gemeinde und Rizzo niederknien, stimmen einige Priester, Diakone und Mönche die Allerheiligenlitaneian[/sim]

    Seine Eminenz, Robert Kardinal Fischer
    Kardinalgroßinquisitor - Kardinalbischof
    Titularerzbischof von Tigualu

    Kardinaldekan emeritus - Erzbischof emeritus von Bergen und Metropolit emeritus von Bergen

  • Papst: Herr, wir bitten Dich, erhöhre unsere Gebete. Salbe diesen deinen Diener mit der Fülle der priesterlichen Gnade, und segne ihn mit deiner geistlichen Kraft in Fülle. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
    Alle: Amen.
    Diakon: Lasset uns stehen!


    [sim]Während die Gemeinde und die Bischöfe sich erheben, bleibt der Bischofskandidat vor den Stühlen knien. Papst Simon legt seine Hände auf den Kopf von Ottavio und verweilt einen Moment in Stille. Anschließend tritt er zur Seite, um den anwesenden Bischöfen Platz zu machen.[/sim]

  • [sim]Als auch die weiteren Bischöfe ihre Hände aufgelegt haben, stellen sich der Papst und die beiden Kardinäle vor den Weihekandidaten. Zwei Diakone treten herbei, je einer links und rechts neben den Kandidaten stehend. Ein Priester reicht dem Heiligen Vater ein Evangeliar. Der nimmt es, öffnet es und legt es, mit der Schrift nach unten, auf den Kopf von Ottavio. Nach einer kurzen Stille fassen es die beiden Diakone und halten es über dem Kopf des Kandidaten. Die drei Bischöfe breiten ihre Hände über den Kandidaten aus.[/sim]


    Gott, du Vater unseres Herrn Jesus Christus, Vater der Barmherzigkeit und Gott allen Trosts, du weilst im Himmel, doch schaust voller Mitgefühl auf alles, das demütig ist. Du kennst alle Dinge, bevor sie entstehen, durch dein gütiges Wort hast du den Plan deiner Kirche geschaffen.

  • Von Beginn an wähltest du die Nachkommen Abrahams zu deinem heiligen Volke. Du führtest Herrscher und Priester in ihre Ämter und liesest dein Heiligtum nicht ohne diese, die dir dienen sollen. Von Beginn deiner Schöpfung an, wirst du verehrt von jenen, die du erwähltest.

  • Und nun bitten wir dich, sende auf diesen Auserwählten die Macht herab, die von dir kommt; den mächtigen Geist, den du deinem geliebten Sohn, Jesus Christus gegeben hast; den Geist den er an die heiligen Apostel weitergegeben hat, die die Kirche gegründet haben, um überall und immerwährend deinen Namen zu loben und zu preisen.

    Seine Eminenz, Robert Kardinal Fischer
    Kardinalgroßinquisitor - Kardinalbischof
    Titularerzbischof von Tigualu

    Kardinaldekan emeritus - Erzbischof emeritus von Bergen und Metropolit emeritus von Bergen

  • Papst: Vater, du kennst alle Herzen. Du hast deinen Diener für das Bischofsamt ausgesucht. Möge er Schäfer sein für deine heilige Herde, und Hoherpriester tadellos unter deinem Blick, dir dienend Tag und Nacht, möge er immer den Segen deiner Gunst erlangen und die Geschenke deiner heiligen Kirche anbieten. Durch den Geist, der die Gnade des Hohepriestertums schenkt, gewähre ihm die Macht, Sünden zu vergeben wie du befohlen hast, und jedes Band zu lösen durch die Autorität, die du deinen Aposteln gegeben hast. Möge er dir gefallen durch ihre Güte und Reinheit ihrer Herzen. Darum bitten wir, durch Jesus Christus, deinen Sohn, durch den Ruhm und Ehre und Macht deins sind mit dem Heiligen Geist in deiner Heiligen Kirche, nun und in Ewigkeit.


    Gemeinde: Amen.


    [sim]Die Diakone nehmen nun das Buch vom Kopf des Weihekandidaten und klappen es zu. Ein Diakon setzt dem Papst die Mitra auf. Er setzt sich vor Rizzo und nimmt das geweihte Öl entgegen, das ihm gereicht wird. Er zeichnet ein Kreuz auf den Kopf von Rizzo und spricht:[/sim]


    Papst: Gott hat dich in sein Hohepriestertum aufgenommen. Möge er auf dich das heilige Öl ausgießen und dich mit seinem Segen bereichern.


    [sim]Dann erhebt er sich, gibt das Öl ab und wäscht seine Hände. Nun setzt er sich wieder auf den mittleren Stuhl, und die beiden Kardinäle nehmen neben ihm wieder Platz. Auch sie tragen ihre Mitren. Dem Papst wird das Evangelium gereicht, das er an den Weihekandidaten weitergibt.[/sim]


    Papst: Erhalte die heilige Schrift und predige das Wort Gottes mit unermütlicher Geduld und beharrlicher Lehre.


    [sim]Die Diakone nehmen dem Weihekandidaten das Evangelium wieder ab und reichen dem Papst dann die bischöflichen Insignien. Zunächst steckt er den bischöflichen Ring an den rechten Ringfinger des Weihekandidaten.[/sim]


    Papst: Nimm diesen Ring als Siegel deiner Treue. Mit Glaube und Liebe sollst du die Braut Gottes beschützen, seine heilige Kirche.


    [sim]Dann setzt der Papst dem Weihekandidaten die Mitra auf. Anschließend nimmt er den Bischofsstab und reicht sie dem Weihekandidaten.[/sim]


    Papst: Nimm diesen Stab als Zeichen deines Hirtenamtes: Halte Wache über die ganze Herde, zu deren Schäfer dich der Heilige Geist erhoben hat.


    [sim]Die vier Bischöfe - sowohl die Weihenden als auch der Geweihte - erheben sich, ebenso erhebt sich die ganze Gemeinde. Der Heilige Vater tritt zur Seite und bittet Rizzo, auf dem zentralen Stuhl Platz zu nehmen. Dann entbrennt lauter Applaus in der anwesenden Gemeinde für den neugeweihten Bischof. Als sich der Applaus legt, erhebt sich der geweihte Bischof wieder und gibt seinen Bischofsstab an die Diakone ab. Der Heilige Vater tritt auf den Bischof zu, umarmt ihn und wünscht ihm den Frieden.[/sim]

  • [sim]Nachdem die Bischöfe untereinander den Friedensgruß ausgetauscht haben, werden ihnen die Mitren und Stäbe von Diakonen wieder abgenommen. Die Stühle vor dem Altar werden entfernt. Alle setzen sich. Zwei Diakone bereiten den Altar. Anschließend tritt der Heilige Vater an den Altar, bereitet Wein und Brot, konsekriert den Altar und wäscht seine Hände, während die Gemeinde ein Lied singt. Als das Lied verklingt, hebt der Papst die Hände.[/sim]


    Papst: Lasset uns beten zu Gott, dem allmächtigen Vater, dass er die Gaben der Kirche annehme zu seinem Lob und zum Heil der ganzen Welt.


    [sim]Die Gemeinde verweilt einen Moment in Stille.[/sim]


    Papst: Erhöre uns, allmächtiger Gott. Du hast uns durch dein Wort zum Zeugnis eines christlichen Lebens berufen. Reinige uns durch dieses Opfer und stärke uns zum Kampf gegen das Böse. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
    Gemeinde: Amen.


    [sim]Die Gemeinde erhebt sich und der neugeweihte Bischof tritt zum Heiligen Vater an den Altar. Alle Bischöfe und der Papst nehmen den Pileolus vom Kopf.[/sim]


    Papst: Der Herr sei mit euch.
    Gemeinde: Und mit deinem Geiste.
    Papst: Erhebet die Herzen.
    Gemeinde: Wir haben sie beim Herrn.
    Papst: Lasset uns danken dem Herrn, unserm Gott.
    Gemeinde: Das ist würdig und recht.
    Papst: In Wahrheit ist es würdig und recht, dir, Herr, heiliger Vater, immer und überall zu danken durch deinen geliebten Sohn Jesus Christus. Er ist dein Wort, durch ihn hast du alles erschaffen. Ihn hast du gesandt als unseren Erlöser und Heiland: Er ist Mensch geworden durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria. Um deinen Ratschluss zu erfüllen und dir ein heiliges Volk zu erwerben, hat er sterbend die Arme ausgebreitet am Holze des Kreuzes. Er hat die Macht des Todes gebrochen und die Auferstehung kundgetan. Darum preisen wir dich mit allen Engeln und Heiligen und singen vereint mit ihnen das Lob deiner Herrlichkeit.


    [sim]Daraufhin setzt die Orgel ein und die Gemeinde singt das Sanctus. Anschließend kniet sich die Gemeinde hin. Papst Simon und der neue Bischof machen eine Kniebeuge vor dem Altar und erheben sich dann wieder.[/sim]


    Papst: Darum kommen wir vor dein Angesicht und feiern in Gemeinschaft mit der ganzen Kirche den ersten Tag der Woche als den Tag, an dem Christus von den Toten erstanden ist. Durch ihn, den du zu deiner Rechten erhöht hast, bitten wir dich: Sende deinen Geist auf diese Gaben herab und heilige sie, damit sie uns werden Leib und Blut deines Sohnes, unseres Herrn Jesus Christus. Denn am Abend, an dem er ausgeliefert wurde und sich aus freiem Willen dem Leiden unterwarf, nahm er das Brot und sagte Dank, brach es, reichte es seinen Jüngern und sprach: Nehmet und esset alle davon: Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird.


    [sim]Der Papst nimmt eine Schale mit Hostien und hebt sie in die Höhe. Schellen werden geläutet. Er stellt die Schale wieder ab und macht eine Kniebeuge vor dem Altar.[/sim]


    Papst: Ebenso nahm er nach dem Mahl den Kelch, dankte wiederum, reichte ihn seinen Jüngern und sprach: Nehmet und trinket alle daraus: Das ist der Kelch des neuen und ewigen Bundes, mein Blut, das für euch und für alle vergossen wird zur Vergebung der Sünden. Tut dies zu meinem Gedächtnis.


    [sim]Nun nimmt der Papst einen Kelch mit Wein und hebt ihn in die Höhe. Nachdem die Schellen geläutet worden sind, stellt er den Kelch wieder ab und macht eine Kniebeuge.[/sim]


    Diakon: Geheimnis des Glaubens.
    Gemeinde: Deinen Tod, o Herr, verkünden wir, und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit.
    Papst: Darum, gütiger Vater, feiern wir das Gedächtnis des Todes und der Auferstehung deines Sohnes und bringen dir so das Brot des Lebens und den Kelch des Heiles dar. Wir danken dir, dass du uns berufen hast, vor dir zu stehen und dir zu dienen. Wir bitten dich: Schenke uns Anteil an Christi Leib und Blut und lass uns eins werden durch den Heiligen Geist.

  • Papst: Gedenke deiner Kirche auf der ganzen Erde und vollende dein Volk in der Liebe, vereint mit allen Bischöfen, unseren Priestern und Diakonen und mit allen, die zum Dienst in der Kirche bestellt sind.


    Gedenke unserer Brüder und Schwestern, die entschlafen sind in der Hoffnung, dass sie auferstehen. Nimm sie und alle, die in deiner Gnade aus dieser Welt geschieden sind, in dein Reich auf, wo sie dich schauen von Angesicht zu Angesicht. Vater, erbarme dich über uns alle, damit uns das ewige Leben zuteil wird in der Gemeinschaft mit der seligen Jungfrau und Gottesmutter Maria, mit deinen Aposteln und mit allen, die bei dir Gnade gefunden haben von Anbeginn der Welt, dass wir dich loben und preisen durch deinen Sohn Jesus Christus.


    [sim]Der Heilige Vater und der neu geweihte Bischof nehmen nun eine Hostienschale oder einen Kelch in die Hände und halten ihn hoch. Dann sprechen sie gemeinsam:[/sim]


    Bischöfe: Durch ihn und mit ihm und in ihm ist dir, Gott, allmächtiger Vater, in der Einheit des Heiligen Geistes alle Herrlichkeit und Ehre jetzt und in Ewigkeit.
    Gemeinde: Amen.


    [sim]Die Bischöfe stellen die Schalen und Kelche wieder ab, während sich die Gemeinde erhebt. Anschließend breitet der Heilige Vater die Hände aus.[/sim]


    Papst: Wir haben den Geist empfangen, der uns zu Kindern Gottes macht. Darum wagen wir zu sprechen:
    Gemeinde: Vater unser im Himmel, geheiligt werde Dein Name, Dein Reich komme, Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute, und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern, und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
    Papst: Erlöse uns, Herr, allmächtiger Vater, von allem Bösen, und gib Frieden in unseren Tagen. Komm uns zu Hilfe mit deinem Erbarmen und bewahre uns vor Verwirrung und Sünde, damit wir voll Zuversicht das Kommen unseres Erlösers Jesus Christus erwarten.
    Gemeinde: Denn dein ist das Rech und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.
    Papst: Der Herr hat zu seinen Aposteln gesagt: Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Deshalb bitten wir: Herr Jesus Christus, schau nicht auf unsere Sünden, sondern auf den Glauben deiner Kirche und schenke ihr nach deinem Willen Einheit und Frieden. Der Friede des Herrn sei allezeit mit euch.
    Gemeinde: Und mit deinem Geiste.


    [sim]Das Agnus Dei wird gesungen. Die Gemeinde kniet wieder hin, als der Heilige Vater und der geweihte Bischof eine Kniebeuge vor dem Altar machen. Der Papst nimmt eine Hostienschale in die Hand, nimmt ein Stück einer gebrochenen Hostie und hält es über die Schale.[/sim]


    Papst: Seht das Lamm Gottes, das hinwegnimmt die Sünde der Welt.
    Gemeinde: Herr, ich bin nicht würdig, dass du eingehst unter mein Dach, aber sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund.
    Papst: Selig, die zum Hochzeitsmahl des Lammes geladen sind.


    [sim]Dann empfängt der Heilige Vater Leib und Blut Christi und teilt es im Altarraum aus. Währenddessen nehmen auch weitere Bischöfe und Priester die Kommunion und teilen sie anschließend in der Kirche aus.
    Anschließend verlassen, unter dem Klang der Orgel, in feierlicher Prozession, die Bischöfe hinter dem Papst die Basilika.[/sim]

  • [sim]zieht aus der Basilika hinter den Kardinälen Fischer und Lee aus und ist tief bewegt von der Weihe. Wie während der Priesterweihe hat er in der Messe den Heiligen Geist in einer enormen Intensität erlebt. Dennoch - nun lastet die Bürde eines Bischofs auf ihm. Nach dem obligatorischen Empfang der Gemeinde sollte er nach Hause gehen, hatte der Großinquisitor gesagt, und den restlichen Tag mit seinem Sohn verbringen.
    Die Selbstverständlichkeit der Aussage hatte ihn überrascht, schließlich war er vermutlich der erste Bischof mit "Familie" seit einigen Jahrzehnten oder gar Jahrhunderten... [/sim]